ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2019Randnotiz: Grünflächen zur Prävention

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Randnotiz: Grünflächen zur Prävention

Dtsch Arztebl 2019; 116(33-34): A-1457 / B-1205 / C-1189

Bühring, Petra

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Die Hauptstadt hat eine Reihe prominenter, aber zugleich sehr unwirtlicher Plätze, beispielsweise den Alexanderplatz oder den Potsdamer Platz. Bei beiden wurde fast gänzlich auf grüne Elemente verzichtet mit der Folge, dass der Fluchtgedanke bei einem Besuch vorrangig auftaucht. Grünflächen fördern das psychische Wohlbefinden und umgekehrt. Eine neue Studie untermauert dies. Bereits frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass in der Stadt aufgewachsene und gegenwärtig dort lebende Menschen anders auf Stress reagieren als Landbewohner und ein deutlich höheres Risiko haben, an Depression, Schizophrenie oder Angststörungen zu erkranken. Ein interdisziplinär besetztes Forscherteam aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim (Tost, Reichert, Braun, et al., 2019), konnte nun zeigen, dass Grünflächen in Städten, also Bäume, Rasenflächen, Blumenbeete oder Parks, als wichtiger schützender Faktor angesehen werden können. In einer Studie, die in der Zeitschrift Nature Neuroscience veröffentlicht wurde, fanden sie heraus, dass der Anteil an Grünflächen in der Umgebung von Menschen direkte Auswirkungen auf deren Wohlbefinden im Alltag hat. Von diesem Effekt profitieren der Studie zufolge erstaunlicherweise besonders solche Menschen, die die meiste Zeit ihres Alltags in urbanen Stadtvierteln mit wenig Grünanlagen verbringen und eine verminderte Gehirnkapazität aufweisen, negative Emotionen zu regulieren. Gut über die Stadt verteilte Grünflächen könnten also zur Prävention psychischer Erkrankungen beitragen.

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