ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2019GOÄ-Ratgeber: Dermatologische Laserbehandlung, Delegation und Abrechnung

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GOÄ-Ratgeber: Dermatologische Laserbehandlung, Delegation und Abrechnung

Dtsch Arztebl 2019; 116(35-36): A-1560 / B-1284 / C-1264

Gorlas, Stefan

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Von Patienten wird wiederholt angefragt, ob ein Arzt eine dermatologische Laserbehandlung abrechnen darf, wenn diese ausschließlich von einer Arzthelferin erbracht wird.

Bei einer Laserbehandlung der Haut handelt es sich um eine invasive Therapie, auch nach der Rechtsprechung.

Laut den Bekanntmachungen der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zur persönlichen Leistungserbringung (DÄ, Heft 41/2008) muss eine invasive Therapie höchstpersönlich durch den Arzt durchgeführt werden.

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Gemäß dem Beschluss des VG Arnsberg vom 8. Mai 2012 (Az.: 3 L 247/12) und dem Urteil des VG Oldenburg vom 12. Juni 2018 (Az.: 7 A 7963/17) darf eine Laserbehandlung im Rahmen der Heilkunde nur durch einen Arzt oder einen Heilpraktiker durchgeführt werden. In dem Fall vor dem VG Arnsberg handelte es sich um eine Nagelpilzbehandlung mittels Laser, wobei das Gericht auch Haarentfernungen mit dieser Technik als heilkundliche Behandlungen einstufte; in dem Fall vor dem VG Oldenburg um die Entfernung von Tätowierungen mittels Laser.

Das VG Arnsberg hat sich in seinem Beschluss u. a. die Empfehlungen der Strahlenschutzkommission vom 31. Oktober 2000 zu eigen gemacht, wonach die Laseranwendung auf die menschliche Haut ausschließlich durch einen speziell hierfür ausgebildeten Arzt erfolgen soll. Laut diesen Empfehlungen der Strahlenschutzkommission soll eine Laserbehandlung an der menschlichen Haut nur von Fachärzten, unter deren Assistenz oder unter deren unmittelbarer Aufsicht und Weisung mit der Möglichkeit des unverzüglichen Eingriffes geleistet werden.

Die Strahlenschutzkommission hat sich seitdem erneut mit dem Gefährdungspotenzial bei der Anwendung von Lasern und anderen optischen Strahlungsquellen an der menschlichen Haut befasst und am 11. und 12. Februar 2016 abweichende Empfehlungen zur Qualifikation des Leistungserbringers ausgesprochen, die sich jedoch nur auf ästhetische und kosmetische Behandlungen mit Lasern und anderen optischen Strahlungsquellen außerhalb der Heilkunde beziehen.

Insofern bleibt die Laseranwendung durch den Arzt gemäß den Bekanntmachungen der BÄK und der KBV eine von diesem höchstpersönlich zu erbringende Leistung; nach der Rechtsprechung darf eine Laserhandlung im Rahmen der Heilkunde nur von einem Arzt (oder einem Heilpraktiker) bzw. von einer Arzthelferin unter Assistenz des Arztes oder unter dessen unmittelbarer Aufsicht und Weisung erbracht werden.

Gemäß § 4 Abs. 2 GOÄ darf der Arzt Gebühren nur für selbstständige ärztliche Leistungen berechnen, die er selbst erbracht hat oder die unter seiner Aufsicht und fachlichen Weisung erbracht wurden (eigene Leistungen).

Somit kann eine von einer Arzthelferin ohne Assistenz des Arztes bzw. nicht unter dessen unmittelbarer Aufsicht und Weisung erbrachte Laserbehandlung gemäß § 4 Abs. 2 GOÄ nicht berechnet werden. Dr. med. Stefan Gorlas

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