PHARMA

Kurz informiert

Dtsch Arztebl 2019; 116(35-36): A-1552

zyl; RF; Eckert, Nadine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Cave: Beriate®-Spritzen mit flockigen oder partikelhaltigen Lösungen – Beim Testen von Chargen des humanen Blutgerinnungsfaktor VIII Beriate 250, 500, 1000, 2000 IE hat man im Zeitraum von 10 Minuten bis 8 Stunden weiße Proteinflocken von unterschiedlicher Größe festgestellt. Diese Proteinflocken werden entfernt, wenn das Produkt entsprechend dem Beipackzettel und unter Verwendung der im Lieferumfang enthaltenen Mix2Vial-Vorrichtung (mit 15-μm-Filter) gehandhabt wird. Da es in der Spritze auch nach 2 Stunden zur Bildung von Proteinflocken kam, empfiehlt CSL Behring, Beriate sofort nach seinem Aufziehen zu verabreichen. Eine Untersuchung der Arzneimittelsicherheit erbrachte keine Anzeichen unerwünschter Ereignisse in Verbindung mit inhärenten Proteinflocken, sodass weder die Wirksamkeit noch die Patientensicherheit eingeschränkt ist. Dennoch empfiehlt CSL Behring, keine Spritzen mit sichtbar trüben Lösungen oder flockigen oder partikelhaltigen Lösungen zu verwenden. zyl

Quelle: Pressemitteilung von CSL Behring vom 9. August 2019

Anzeige

Linezolid: Interaktion mit serotonergen Substanzen – Die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AKdÄ) erinnert daran, dass es bei gleichzeitiger Gabe von serotonergen Substanzen und dem Antibiotikum Linezolid zum Auftreten eines serotonergen Syndroms kommen kann. Hintergrund sind ein Fallbericht nach gleichzeitiger Behandlung mit Escitalopram und einer mit Fentanyl. Der Zustand beider Patienten besserte sich nach dem Absetzen von Linezolid. Eine Mitverursachung der Symptomatik durch die postulierte Interaktion sei möglich, auch wenn alternative Ursachen denkbar seien, so die AKdÄ. Die gleichzeitige Gabe von Linezolid und serotonerger Substanzen (SSRI, trizyklische Antidepressiva, Triptane, einige Opioide) ist daher kontraindiziert, es sei denn, eine solche Kombination ist lebensnotwendig. nec

Quelle: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 39–2019

Neue Hinweise auf unerwünschte Ereignisse – Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der EMA empfiehlt, die Fach- und Gebrauchsinformationen folgender Medikamente zu ergänzen: Die Information zu Clopidogrel bzw. Clopidogrel/Acetylsalicylsäure soll künftig auf Wechselwirkungen mit einer geboosterten antiviralen HIV-Therapie hinweisen, die zu einer unzureichenden Hemmung der Thrombozytenaggregation führen können. Die Packungsbeilage von Pantoprazol soll als mögliche Nebenwirkung eine mikroskopische Kolitis nennen, die von Sertralin eine Makulopathie. Und die Anwender von SNRI und SSRI sollen darüber informiert werden, dass nach dem Absetzen eine persistierende sexuelle Funktionsstörung bestehen kann. nec

Quelle: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 41–2019

Filgotinib als Eskalationsoption nach Methotrexat – Mit dem oralen JAK1-Inhibitor Filgotinib (Gilead) können in der Therapie der Rheumatoiden Arthritis (RA) bei ungenügender Wirksamkeit von Methotrexat (MTX) rasch die Ansprechraten verbessert werden. Das Medikament war in der Ad-on-Therapie ähnlich gut wirksam wie der TNFα-Blocker Adalimumab. An der Phase-III-Studie FINCH1 nahmen 1 755 RA-Patienten mit aktiver Erkrankung unter MTX (im Mittel 15 mg/Woche) teil, die zusätzlich mit Filgotinib (100 mg oder 200 mg/Tag), Adalimumab (40 mg/2 Wochen) oder Placebo behandelt wurden. Das ACR20-Ansprechen nach 12 Wochen war in den beiden Filgotinib-Armen signifikant höher als in der Placebogruppe (69,8 bzw. 76,6 % vs. 49,4 %; p < 0,001).

Die Wirksamkeit des JAK1-Hemmers war bereits nach 2 Wochen nachweisbar und blieb in den Wochen 12–24 konstant. Im Vergleich zu Adalimumab wurde eine Nicht-Unterlegenheit von Filgotinib 200 mg dokumentiert. Nach 24 Wochen wurde in den beiden Filgotinib-Gruppen auch eine Hemmung der radiologischen Progression belegt. Auch der Funktionsscore HAQ, die Lebensqualität und der Fatigue-Score verbesserten sich signifikant. rf

Quelle: European Congress of Rheumatology (Abstract LB0001), Madrid, 12. Juni 2019; Veranstalter: Gilead

Schnellerer Wirkbeginn unter neu formuliertem Insulin aspart – Das neu formulierte Insulin aspart (Fiasp®, NovoNordisk) zeigt bei Patienten mit Typ-2-Diabetes im Vergleich zu konventionellem Insulin aspart (NovoRapid®, NovoNordisk) einen schnelleren Wirkbeginn und eine höhere glucosesenkende Wirkung in den ersten 30 Minuten nach Applikation. Die glucosesenkende Wirkung von Fiasp setzt nicht nur 8,9 Minuten früher ein (95-%-KI: –12,1; –5,7; p < 0,001), sondern ist innerhalb der ersten 30 Minuten nach Applikation auch um 14,7 % höher im Vergleich zu Insulin aspart. Die schnellere Wirkung wird durch den Zusatz der Aminosäure L-Arginin und von Vitamin B3 erreicht. zyl

Quelle: Pressemitteilung von NovoNordisk vom 11. Juli 2019

Ravulizumab zur Behandlung der Paroxysmalen Nächtlichen Hämoglobinurie (PNH) zugelassen – Der monoklonale Antikörper Ultomiris® (Ravulizumab, Alexion) dient der Therapie von Patienten sowohl mit Symptomen der Erkrankung als auch mit stabilen Blutwerten des Enzyms Laktatdehydrogenase. Es sollte eingesetzt werden, nachdem die Patienten mindestens 6 Monate lang mit dem Komplementinhibitor Eculizumab behandelt wurden. Da mit Ravulizumab behandelte Patienten ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen, darf das Arzneimittel nur bei gegen Meningokokken geimpften Patienten oder bei gleichzeitiger antibiotischer Prophylaxe eingesetzt werden. nec

Quelle: Europäische Arzneimittelbehörde (EMA), 2. Juli 2019

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema