ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2019Notfallversorgung: Unfallchirurgen stellen Instrumentenliste für Notfall-OP-Set vor

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Notfallversorgung: Unfallchirurgen stellen Instrumentenliste für Notfall-OP-Set vor

Dtsch Arztebl 2019; 116(35-36): A-1562 / B-1286 / C-1266

Hillienhof, Arne

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Ein Teil des Notfall-OP-Sets, das von den Fachgesellschaften erarbeitet wurde. Foto: pwmotion/stock.adobe.com
Ein Teil des Notfall-OP-Sets, das von den Fachgesellschaften erarbeitet wurde. Foto: pwmotion/stock.adobe.com

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat ein Notfall-OP-Set zusammengestellt, das bei einem Terroranschlag oder Amoklauf mit vielen Verletzten die Versorgung verbessern soll. Es ist für Notfalloperationen bei Höhlenblutungen nach Schuss- und Sprengstoffverletzungen konzipiert und enthält chirurgische Instrumente, um stark blutende Wunden im Brust-, Bauch- und Beckenraum zu versorgen.

„Die richtige Materialbewirtschaftung ist ein wesentlicher Aspekt, um in Ausnahmesituationen die bestmögliche Versorgung der Patienten ermöglichen zu können“, sagt Prof. Dr. med. Paul Alfred Grützner, DGU-Präsident und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Die Fachgesellschaft empfiehlt Krankenhäusern, das Spezial-Set – auch OP-Sieb genannt – für kritische Lagen in ausreichender Menge bereitzuhalten.

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Bei der Zusammenstellung haben sich die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie und die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie beteiligt, da es sich bei den Operationen oft um allgemein-, gefäß- und viszeralchirurgische Eingriffe handelt. Das Set umfasst über 120 verschiedene Instrumente: darunter Skalpelle, Pinzetten, Scheren, Knochenbohrer, Wundspreizer, Cutter, Knochenhebel, Drainagen, Nahtmaterial.

„Das Operationssieb ist auf die Maßnahmen fokussiert, die für die Sicherung des Überlebens der Patienten notwendig sind“, erläutert Oberstarzt Prof. Dr. med. Benedikt Friemert vom Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Leiter der DGU-Arbeitsgruppe Einsatz-, Katastrophen- und Taktische Chirurgie. Unfallchirurgen und Chirurgen könnten mit nur einem OP-Sieb die unterschiedlichsten Verletzungsmuster bei einem Mehrfachverletzten versorgen.

Die DGU engagiert sich neben dem Notfall-OP-Set noch mit weiteren Projekten, damit Opfer von Terroranschlägen oder Amokläufen schnell und situationsgerecht auf hohem Niveau versorgt werden können. Dazu zählt auch ein Kurs „Terror and Disaster Surgical Care“ zur Behandlung von Schuss- und Explosionsverletzungen. hil

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