ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2019Arzneimittel: Vertragsärzte verordnen weniger Antibiotika

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Arzneimittel: Vertragsärzte verordnen weniger Antibiotika

Dtsch Arztebl 2019; 116(35-36): A-1516

Maybaum, Thorsten; EB

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Ein deutlich rückläufiger Verbrauchstrend bei Antibiotika war laut Zi in nahezu allen Kassenärztlichen Vereinigungen und für die überwiegende Zahl der eingesetzten Wirkstoffgruppen zu beobachten. Foto: picture alliance/imageBROKER
Ein deutlich rückläufiger Verbrauchstrend bei Antibiotika war laut Zi in nahezu allen Kassenärztlichen Vereinigungen und für die überwiegende Zahl der eingesetzten Wirkstoffgruppen zu beobachten. Foto: picture alliance/imageBROKER

Niedergelassene Ärzte haben im vergangenen Jahr weniger systemische Antibiotika verordnet als noch im Jahr 2010. Das geht aus einer Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) hervor. Demnach wurden gesetzlich Krankenversicherten 2018 446 Verordnungen pro 1 000 Versicherten ausgestellt. 2010 sind es noch 562 gewesen. Das ist ein Rückgang um 21 Prozent. Bei Neugeborenen und Säuglingen (Altersgruppe 0 bis 1 Jahr) ist der relative Rückgang dem Zi zufolge am deutlichsten. In dieser Gruppe habe sich die Verordnungsrate von 2010 bis 2018 fast halbiert, so das Zi. Diese sank von 630 Verordnungen pro 1 000 Versicherte im Jahr 2010 auf 320 Verordnungen 2018 zurück (minus 49 Prozent).

In allen Jahren zeigten Kinder im Kindergartenalter (2 bis 5 Jahre) die höchste Verordnungsrate, aber im Verlauf auch die stärkste absolute Reduktion von 1 213 (2010) auf 683 (2018) Verschreibungen. „In dieser Altersgruppe wird das Erkrankungsspektrum wegen des häufig erstmaligen Kontakts mit zahlreichen Erregern stark durch Infektionen dominiert“, schreibt das Zi. Der deutliche Rückgang des Antibiotikagebrauchs im Alterssegment der 0 bis 14-Jährigen (minus 41 Prozent) markiere einen tiefgreifenden Wandel in der pädiatrischen Versorgung. Grund für den Rückgang könnten laut Zi die zahlreichen bundesweiten Initiativen zur Stärkung eines angemessenen Antibiotikaeinsatzes sein. may/EB

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