ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2019Randnotiz: Doping nur zum Abnehmen

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Randnotiz: Doping nur zum Abnehmen

Dtsch Arztebl 2019; 116(35-36): A-1515 / B-1251 / C-1231

Maybaum, Thorsten

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Im August des vergangenen Jahres hatte der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) davor gewarnt, dass immer mehr Freizeitsportler gesundheitsschädliche Arzneimittel einnehmen, um ihre Fitness zu verbessern und ihre körperliche Attraktivität zu erhöhen. Zahlen ergäben allein für Deutschland Hunderttausende bis möglicherweise mehr als eine Million Menschen, die über Erfahrungen mit dem Konsum von Dopingsubstanzen verfügten, schrieb der BNK damals. Als klassischen Einstieg nannten die Ärzte damals Fitnessstudios oder Trainingsgruppen. Langsam bilde sich dort eine Gruppenmentalität heraus, in der das Zuführen von Stoffen zur Leistungssteigerung zur Normalität werde, so die Kardiologen. Zu Beginn seien es vermeintlich harmlose Nahrungsergänzungsmittel für trainingsbegleitende Diäten. Dann folgten Ephedrin, Clenbuterol, Anabolika oder Wachstumshormone und am Ende stehe oft eine Betäubungsmittelsucht. Die These untermauerte vor einigen Wochen eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Zeitschrift Fit for Fun unter 1 010 Befragten ab 14 Jahren. Demnach lehnten zwar 98 Prozent Doping zur sportlichen Leistungssteigerung ab. Zwölf Prozent der Teilnehmer konnten sich aber vorstellen, Dopingmittel zu nehmen, die den Muskelaufbau oder das Abnehmen fördern. Männer und Frauen lagen dabei gleichauf. Je jünger die Teilnehmer waren, desto eher sprachen sie sich für das kosmetische Doping aus. 22 Prozent der 30- bis 40-Jährigen konnten sich vorstellen, mit medizinisch nicht notwendigen Medikamenten ihre körperliche Attraktivität zu verbessern. Bei den 45- bis 59-Jährigen waren es acht Prozent.

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