ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2019ADHS: Lückenhafte Versorgung von Erwachsenen

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ADHS: Lückenhafte Versorgung von Erwachsenen

PP 18, Ausgabe September 2019, Seite 388

Hillienhof, Arne; SB

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Mehr als die Hälfte der Erwachsenen mit ADHS leidet an einer psychischen Begleiterkrankung, die es erschwert, die ADHS zu erkennen. Foto: pathdoc/stock.adobe.com
Mehr als die Hälfte der Erwachsenen mit ADHS leidet an einer psychischen Begleiterkrankung, die es erschwert, die ADHS zu erkennen. Foto: pathdoc/stock.adobe.com

Experten vom Universitätsklinikum Frankfurt, von ADHS Deutschland, der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Universitätsklinikum Bonn und dem LWL-Universitätsklinikum Bochum haben in einem Positionspapier auf eine „besorgniserregende“ Versorgungssituation von Erwachsenen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) hingewiesen Demnach leidet mehr als die Hälfte der Betroffenen an Begleiterkrankungen, oft aufgrund versäumter Diagnosen oder falscher Behandlung. Fast zwei Drittel der geschätzten zwei Millionen Erwachsenen mit ADHS leiden unter einer Angststörung. Solche Begleiterkrankungen machen es den Experten zufolge schwer, die zugrunde liegende ADHS zu erkennen und zu therapieren.

Es sei ausschlaggebend, die ADHS früh zu erkennen und korrekt zu behandeln, heißt es in dem Positionspapier. Zwar gebe es bereits entsprechende medizinische Leitlinien. Allerdings sei die Umsetzung der leitliniengerechten Versorgung nach wie vor eine Herausforderung. Es mangele zudem an Aufklärung und Umsetzung in der Behandlung von Jugendlichen und insbesondere Erwachsenen mit ADHS.

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Die Experten fordern den Aufbau einer flächendeckenden Versorgung von erwachsenen ADHS-Patienten. Durch ein interdisziplinäres, multimodales Therapiekonzept sollen Standards umgesetzt und niederschwellige Therapieansätze angeboten werden. Zudem müsse über die Erkrankung weiter aufgeklärt werden. hil/sb

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