ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2019Klimawandel: Berechtigte Sorgen junger Menschen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Der Kommentar von Dr. Mackenthun ist direkt nach einem Beitrag über Ärzte in den USA zu finden, die mit ihren Patienten die gesundheitlichen Auswirkungen der Klimaveränderung besprechen und Druck auf die Politik ausüben, aktiver gegen Erderwärmung vorzugehen.

(...) Zwei der Einwände gegen die Sicht der Ausbildungskandidaten: 1. nur Leugnern der Klimaveränderung würden Abwehr und Verdrängung unterstellt und 2. diese gäbe es bei Klimaaktivisten gar nicht. (...)

Auf der Website von psychologistsforfuture.de kann man sich von deren differenzierter Sicht überzeugen. Ziel ist nicht, das Thema „Klimaerwärmung aktiv in die Therapie einzubringen“, wie der Kommentator befürchtet. Sondern Ziel ist, das eigene Fachwissen einzusetzen, um gesellschaftlich aktiv zu werden und „den Druck auf Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger zu erhöhen und sie zum schnellen Handeln zu bewegen“. Und dazu ist es notwendig, die Gefahr wahrzunehmen, statt diejenigen, die sie sehen, abzuwerten.

Anzeige

In der Therapiestunde sollten wir jedoch meines Erachtens auch im Hinterkopf haben, dass gerade junge Menschen sich berechtigte Sorgen machen, wie ihre Zukunft in einer Welt mit Klimaerwärmung aussieht. Vielleicht so sehr, dass sie Abwehrkompromisse finden müssen, um damit leben zu können. Das gilt auch für diejenigen aus der Generation der Eltern und Großeltern, denen die Zukunft der heute jungen Menschen wichtig ist, auch wenn sie selbst die Klimaveränderung nicht mehr mit allen Konsequenzen und Einschränkungen erleben.

Dr. rer. nat. Almut Gemkow, 10999 Berlin

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #786380
Dr. Wolfram Dorrmann
am Mittwoch, 11. September 2019, 10:20

Das Thema muss in allen gesellschaftlichen Gruppen ankommen

Lieber Herr Lederhuber, das ist wirklich ein toller und leider angemessen sarkastischer Leserbrief zu diesem unsäglichen Text. Aber wir müssen dankbar sein, dass er geschrieben wurde, sonst wäre die Diskussion gar nicht entstanden. Brennende Amazonaswälder erzeugen immer noch keinen "Aufschrei". Der Brand von Notre Dame hat mehr Emotionen und Gelder mobilisiert. Das ist immer noch die Haltung der Mehrheiten...

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige