ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2000Antibiose vor perkutaner endoskopischer Gastrostomie

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Antibiose vor perkutaner endoskopischer Gastrostomie

Dtsch Arztebl 2000; 97(4): A-167 / B-138 / C-134

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LNSLNS Die perkutane endoskopische Gastrostomie wird immer häufiger bei Patienten mit Schluckstörungen eingesetzt, um die Nahrungsaufnahme vorübergehend oder permanent zu gewährleisten. Die häufigste Komplikation ist eine lokale Wundinfektion. Die Autoren untersuchten in einer prospektiven Studie, ob eine perioperative Antibiotika-Gabe die Rate an Komplikationen zu senken vermag. In der doppelblind angelegten Studie erhielten die Patienten einmalig 2,2 g Augmentan 30 Minuten vor Anlage der perkutanen endoskopischen Gastrostomie. Dadurch konnte die Infektionsrate von 65 Prozent auf 20 Prozent gesenkt werden. Auch die Zahl der klinisch relevanten Infekte ging von 26 Prozent auf 2 Prozent zurück, sodass sich die Autoren für eine perioperative antibiotische Prophylaxe stark machen.
Diese Ergebnisse werden durch eine zweite Multicenterstudie aus Deutschland bestätigt. Dabei erhielten 141 Patienten 30 Minuten vor Durchführung einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie entweder 1 g Ceftriaxon intravenös oder keine Antibiose. Dadurch konnte die Zahl der Wundinfektionen, aber auch systemischer Infektionen, insbesondere bei Tumorpatienten, signifikant gesenkt werden. w


Preclik G, Grüne S, Leser HG, Lebherz J, Heldwein W, Machka K, Holstege A, Kern WV: Prospective, randomized, double blind trial of prophylaxis with single dose of co-amoxiclav before percutaneous endoscopic gastrostomy. Brit Med J 1999; 319: 881-884.
Medizinische Universitätsklinik und Poliklinik, 89070 Ulm.
Dormann AJ, Wigginghaus B, Risius H, Kleimann F, Kloppenburg A, Grünewald T, Huchzermeyer H: A single dose of ceftriaxone administered 30 min. before percutaneous endoscopic gastrostomy (PEG) significantly reduces local and systemic infective complications. Am J Gastroenterol 1999; 94: 3220-3224.
Medizinische Klinik, Friedrichstraße 1, 32427 Minden.

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