VARIA: Wirtschaft - Berichte

Schweizer Potenzial

Dtsch Arztebl 2000; 97(4): A-183 / B-157 / C-151

Roll, Matthias

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LNSLNS Haben Sie immer noch Schweizer Standardwerte im Depot? Alle Achtung! Wer nämlich die Aktienmärkte regelmäßig verfolgt, hätte 1999 an Roche, Novartis, Nestle & Co. verzweifeln können. Während weltweit die Indizes zum Teil deutlich stiegen (S & P 500 +25 Prozent, Nasdaq +53 Prozent, Nikkei +36 Prozent, Euro Stoxx +26 Prozent und DAX +16 Prozent), kam der Swiss Market Index SMI gerade mal auf ein kleines Plus von 1,4 Prozent. Der Grund hierfür liegt in erster Linie an der Zusammensetzung des SMI. Er besteht zu 75 Prozent aus fünf Werten (Novartis gewichtet mit 20 Prozent, Roche 15,6 Prozent, Nestle 13,3 Prozent, UBS 12,1 Prozent und Crédit Suisse 9,7 Prozent), die mangels interessanter Unternehmensnachrichten die Phantasie der Marktteilnehmer nicht beflügeln konnten.
Im Rückblick betrachtet, waren die Anleger vom Herbst 1997 bis Juli 1998 an der Schweizer Börse mit einer schönen Ralley von +52 Prozent verwöhnt worden. Nach dem weltweiten Rückgang im dritten Quartal 1998 und einer nur teilweisen Erholung bis Januar 1999 folgte eine langanhaltende Seitwärtsbewegung, in der viele Trader frustriert ihre Standardwerte verkauften, um die Erlöse in Nebenwerte zu stecken. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass diejenigen Anleger, die jetzt noch in der Schweiz mit Standardwerten investiert sind, die so genannten "starken Hände" sind, die nicht sofort bei einer kleinen Konsolidierung panikartig verkaufen. Der Anstieg der letzten Wochen zeigt, wie sehr der Aktienmarkt ausgetrocknet ist. Interessanterweise fand dieser Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung bisher weitgehend ohne Trader und ihr "heißes Geld" statt.
Für das Jahr 2000 dürfte der Schweizer Aktienmarkt von heute an betrachtet ein Chancenpotential von 30 Prozent bei einem Rückschlagsrisiko von 10 Prozent haben. Dafür sprechen sowohl die attraktiven KGVs der Aktien als auch die nahezu Verdoppelung des Wirtschaftswachstums auf 2,5 Prozent nach 1,4 Prozent in 1999. Dies wird sich weiter positiv auf die Unternehmensgewinne auswirken und die Aktienkurse beflügeln. Der clevere Investor baut jetzt in die derzeitige Konsolidierung seine Bestände auf, beispielsweise in Werte wie Roche, UBS oder CS, Zürich Versicherung oder Schweizer Rück, Holderbank und Adecco, und freut sich, wenn immer mehr Marktteilnehmer auf den dann etablierten Aufwärtstrend aufspringen werden. Matthias Roll
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