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Dtsch Arztebl 2019; 116(37): A-1606

zyl; BAH

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Empfehlungen bei Lieferunfähigkeit von Shingrix® Seit Aufnahme als Standardimpfung in die regionalen Impfvereinbarungen übersteigt die Nachfrage nach dem Impfstoff gegen Gürtelrose, Shingrix (GlaxoSmithKline), das derzeitige Angebot. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO):

  • Für einen vollständigen Impfschutz sind 2 Impfstoffdosen im Abstand von 2–6 Monaten erforderlich.
  • Kann für die 2. Impfung wegen mangelnder Impfstoffverfügbarkeit der maximale Abstand von 6 Monaten zur 1. Impfung nicht eingehalten werden, sollte die 2. umgehend bei Wiederverfügbarkeit des Impfstoffes nachgeholt werden.
  • Noch vorhandene Impfstoffdosen sollten präferenziell für die Komplettierung begonnener Impfserien eingesetzt werden.
  • Neue Impfserien sollten nur begonnen werden, wenn die Gabe der 2. Impfdosis sichergestellt ist.

Um die Verfügbarkeit des Impfstoffs zu verbessern, baut GSK seine Produktionskapazitäten in Europa und den USA aus. zyl

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Quelle: Mitteilung von GlaxoSmithKline am 28. August 2019

Cave: Kardiale Risiken bei Therapie mit Antiemetikum Domperidon beachten – Laut der Ergebnisse eines europäischen Risikobewertungsverfahrens überwiegt der Nutzen des peripheren Dopamin-Antagonisten Domperidon die Risiken nur, wenn gewisse Bedingungen eingehalten werden. Dabei gilt es zu beachten: Domperidon verlängert die QTc-Zeit und steigert dadurch das Risiko von ventrikulären Arrhythmien bis hin zum plötzlichen Herztod.

Risikofaktoren sind ein Alter von über 60 Jahren, eine Tagesdosis von mehr als 30 mg sowie die Einnahme weiterer Wirkstoffe, die die QTc-Zeit verlängern oder den Abbau von Domperidon durch das P450-Enzym CYP3A4 in der Leber hemmen.

Domperidon ist ausschließlich in der Indikation „Besserung der Symptome Übelkeit und Erbrechen bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahre und mit einem Körpergewicht ab 35 kg“ zugelassen. Infolge des Risikobewertungsverfahrens wurden 2014 alle anderen bis dato zugelassenen Indikationen (epigastrisches Völlegefühl, Oberbauchbeschwerden und Regurgitation von Mageninhalt) aufgrund eines negativen Nutzen-Risiko-Verhältnisses aus den Produktinformationen gestrichen. Darüber hinaus ist Domperidon nicht zugelassen für die Behandlung einer Gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD), Gastroparese oder zur Anregung der Laktation.

Die Höchstdauer der antiemetischen Behandlung mit Domperidon beträgt 7 Tage. Die niedrigste wirksame Dosis sollte über den kürzest möglichen Zeitraum eingenommen werden. Die maximale Tagesdosis ist 30 mg (3 x 10 mg) für Erwachsene und Jugendliche ab 35 kg Körpergewicht. Domperidon ist nicht für Kinder unter 12 Jahren zugelassen.

Kontraindiziert ist die Therapie mit diesem Dopamin-Antagonisten:

  • bei Patienten mit mäßigen oder schweren Leberfunktionsstörungen;
  • bei Patienten mit vorliegender Störung des kardialen Reizleitungsintervalls insbesondere der QTc-Zeit;
  • bei Patienten mit signifikanten Elektrolyt-Störungen oder zugrundeliegenden Herzerkrankungen wie kongestiver Herzinsuffizienz;
  • bei gemeinsamer Verabreichung mit QTc-verlängernden Arzneimitteln wie Erythromycin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Haloperidol oder Citalopram (ausführliche Liste unter www.QTdrugs.org). Eine Ausnahme stellt das die QTc-Zeit verlängernde Apomorphin dar. Bei Parkinsonpatienten kann Domperidon ausnahmsweise zusammen mit Apomorphin verabreicht werden, sofern alle empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen, wie in der Fachinformation von Apomophin beschrieben, eingehalten werden;
  • bei gemeinsamer Verabreichung mit stark wirksamen CYP3A4-lnhibitoren, die den Serumspiegel von Domperidon erhöhen. Dies sind: Protease-Inhibitoren, systemische Azol-Antimykotika, Erythromycin, Clarithromycin und Telithromycin. (http:daebl.de/LU92);
  • bei Prolaktin-produzierendem Hypophysentumor (Prolaktinom);
  • wenn eine Stimulation der Magenmotilität gefährlich sein könnte, (z. B. bei Patienten mit gastrointestinalen Blutungen, mechanischer Obstruktion oder Perforation). BAH

Quelle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): http://daebl.de/AM43 und http://daebl.de/GZ88.

Langzeitdaten zur Migräneprophylaxe mit Aimovig® Langzeitdaten der LIBERTY-Studie zeigten für Aimovig (Erenumab, Novartis) 140 mg in Woche 13–24 eine anhaltende Reduktion der monatlichen Migränetage bei Patienten mit episodischer Migräne und 2–4 vorherigen erfolglosen Therapien zur Prophylaxe. Die Studie umfasst eine laufende Open-Label-Verlängerungsphase (OLEP), die die Langzeitwirksamkeit von Erenumab untersucht. Patienten, die die 12-wöchige doppelblinde Behandlungsphase der Studie LIBERTY abgeschlossen hatten, wurden in die 156-wöchige OLEP aufgenommen.

Von diesen Patienten erreichten 39,2 % in Woche 21–24 eine Reduktion der monatlichen Migränetage um mindestens die Hälfte. In dieser kontinuierlich mit Aimovig behandelten Gruppe blieb der Anteil der Patienten mit einer Reduktion der monatlichen Migränetage von mehr als 75 % und 100 % stabil. Auch Patienten, die erst in der OLEP von Plazebo auf Aimovig umgestellt wurden, erreichten eine Verbesserung: Bei 41,7 % reduzierte sich die Zahl der monatlichen Migränetage in Woche 21–24 um mindestens 50 %. Erenumab wurde spezifisch zur Blockade des Rezeptors des Calcitonine Gene-Related Peptide entwickelt. zyl

Quelle: Poster-Präsentation (EPO2147) der Phase-IIIb-Studie LIBERTY im Rahmen des 5. Kongresses der European Academy of Neurology (EAN) 2019 in Oslo zu Aimovig® (Novartis).

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