ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2000Diabetische Ulzera: Assistierte Wundheilung mit Becaplermin

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Diabetische Ulzera: Assistierte Wundheilung mit Becaplermin

Dtsch Arztebl 2000; 97(4): A-184 / B-151 / C-147

Bischoff, Angelika

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LNSLNS Eine gute Wundversorgung mit Debridement und Entfernen von Hyperkeratosen bildet die Basis der Therapie diabetischer Fußulzera. Durch das Debridement werden Plättchenaktivität und Angiogenese gesteigert, die Wunde wird gereinigt, und nekrotisches Gewebe sowie Fremdkörper werden entfernt. Durch zusätzliche topische Applikation von Becaplermin - ein rekombinanter Wachstumsfaktor (PDGF) - kann die Heilung jedoch beschleunigt werden. Wachstumsfaktoren können nur an Rezeptoren, das heißt an lebenden Zellen, ansetzen. Darum ist das vorherige Debridement unverzichtbar. PDGF wird physiologisch von Thrombozyten, Makrophagen, Endothelzellen und Fibroblasten synthetisiert und fördert die Bildung von Granulationsgewebe und die Epithelisierung. "PDGF ist die einzige Substanz in der Ulkustherapie, mit der man aktiv in den Heilungsprozess eingreifen kann", so Dr. Thomas Haak (Frankfurt) bei der Einführungspressekonferenz für Becaplermin (Regranex®, Janssen-Cilag) in Frankfurt. Becaplermin wird abends "pfennigdick" auf das Ulkus aufgetragen und für die Nacht über zwölf Stunden mit einer kochsalzdurchfeuchteten Gaze abgedeckt. Tagsüber wird nur Gaze appliziert. In vier klinischen Studien erhielten insgesamt 922 Patienten mit diabetischen Ulzera 20 Wochen lang täglich Becaplermin, berichtete Prof. Gerhard Köveker (Sindelfingen). Ulzera unter 5 cm2 heilten durch optimale Wundversorgung allein innerhalb von 20 Wochen bei 30 Prozent der Patienten, durch Applikation von Plazebo bei 35 Prozent und durch Applikation von 100 µg/g Becaplermin bei 47 Prozent der Patienten ab. Die Zeit bis zur Abheilung ließ sich um 30 Prozent abkürzen. Wie Dr. Adam S. Landsman (Chicago) betonte, braucht PDGF die Interaktion mit dem Blutstrom, um wirken zu können. Eine Voraussetzung für die Therapie ist daher eine ausreichende Perfusion. Somit ist der Einsatz von Regranex® bei ischämischen Ulzera erfolglos; bei venösen Ulzera hingegen wurden gute Ergebnisse erzielt.
Dr. med. Angelika Bischoff
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