ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2019IT-Ratgeber: VSDM-Pflicht: Welche Ausnahmen gibt es für Praxen?

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IT-Ratgeber: VSDM-Pflicht: Welche Ausnahmen gibt es für Praxen?

Dtsch Arztebl 2019; 116(37): A-1616 / B-1334 / C-1310

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Das Versichertenstammdatenmanagement ist bei jedem ersten Arzt-Patienten-Kontakt im Quartal Pflicht. Dies gilt selbst für Fachgruppen wie Pathologen und Laborärzte, wenn sie in einzelnen Fällen persönlichen Kontakt zu den Patienten haben.

Das Gesetz sieht nämlich keine Möglichkeiten vor, ausgewählte Fachgruppen oder einzelne Ärzte von der Online-Prüfung und Aktualisierung der Versichertenstammdaten (VSDM) auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zu befreien. Auch bei spezifischen Versorgungsaufträgen, zum Beispiel der Substitutionsbehandlung, ist das VSDM vorgeschrieben.

Ausnahmen von der VSDM-Pflicht

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Ausnahmen von der VSDM-Pflicht gibt es nur, wenn im konkreten Versorgungskontext kein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt stattfindet. Dies betrifft vor allem Pathologen und Laborärzte. Aber auch in diesen Fällen kann die VSDM-Pflicht greifen – etwa, wenn der EBM einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt im obligaten Leistungsinhalt fordert (zum Beispiel Konsiliarpauschalen).

Auch wenn der Arzt Leistungen an das medizinische Fachpersonal delegiert, zum Beispiel die Blutentnahme oder das Ausstellen eines Folgerezeptes, handelt es sich um einen Arzt-Patienten-Kontakt und es muss ein VSDM durchgeführt werden.

Sonderfall mobiles Kartenterminal

Ein anderer Sonderfall betrifft Ärzte, die außerhalb ihrer Praxisräume tätig sind und ein mobiles Kartenterminal benutzen, beispielsweise Hausärzte bei Heim- und Hausbesuchen oder Anästhesisten, die für einen Eingriff ins Krankenhaus oder die Praxis eines Kollegen fahren.

Mobile Terminals können nicht mit der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) verbunden werden, sie arbeiten nur im Offline-Betrieb. Und es ist lediglich ein Auslesen der auf der eGK gespeicherten Versichertendaten möglich. In diesen Fällen kann und muss bei dem Patienten kein VSDM durchgeführt werden.

Pflicht zur TI-Anbindung

In dem unlängst verabschiedeten Kabinettsentwurf für das Digitale Versorgung-Gesetz, das im Januar kommenden Jahres in Kraft treten soll, macht der Gesetzgeber klar, dass auch Arztpraxen, die keinen persönlichen Kontakt mit dem Patienten haben, sich an die TI anschließen müssen – spätestens bis zum 30. Juni 2020.

Denn das VSDM ist lediglich die erste Anwendung in der TI. Weitere, teilweise verpflichtende Anwendungen – wie die elektronische Patientenakte oder die Möglichkeit, elektronische Arztbriefe über die TI zu versenden – werden folgen.

Diese bringen einen höheren Nutzen für Vertragsärzte und -psychotherapeuten mit sich, verlangen aber ebenfalls eine Anbindung an die TI. KBV

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