ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2019Hepatitis-C-Opfer: Entschädigung soll nicht mehr gekürzt werden

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Hepatitis-C-Opfer: Entschädigung soll nicht mehr gekürzt werden

Dtsch Arztebl 2019; 116(37): A-1578 / B-1300 / C-1280

Maybaum, Thorsten

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Mit dem Hepatitis-C-Virus wurden 1978 und 1979 mehrere Tausend Frauen in der ehemaligen DDR nach der Geburt von Kindern im Rahmen einer „Anti- D“-Immunprophylaxe infiziert. Foto: picture alliance/BSIP
Mit dem Hepatitis-C-Virus wurden 1978 und 1979 mehrere Tausend Frauen in der ehemaligen DDR nach der Geburt von Kindern im Rahmen einer „Anti- D“-Immunprophylaxe infiziert. Foto: picture alliance/BSIP

Frauen, die bei einer Immunprophylaxe Ende der 1970er-Jahre in der ehemaligen DDR mit Hepatitis-C infiziert wurden, sollen nach Plänen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) auch dann weiter Entschädigungsleistungen erhalten, wenn sie zwischenzeitlich geheilt wurden. Die derzeit geltenden Herabstufungen von Rentenzahlungen würden damit aufgehoben. Das geht aus einem Änderungsantrag hervor, der dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt. Er soll an den Gesetzentwurf für die Ausbildungsreform von Anästhesietechnischen und Operationstechnischen Assistenten angehängt werden. Die Änderungen für das „Gesetz über die Hilfe für durch Anti-D-Immunprophylaxe mit dem Hepatitis-C-Virus infizierte Personen“ sollen rückwirkend zum 1. Januar 2018 greifen. Aus „humanitären Gründen“ solle rückwirkend ein Bestandsschutz geregelt werden, heißt es in dem Antrag weiter. Grund sei, dass die Herabstufung derzeit oft mit einer „völligen Einbuße der monatlichen Rente“ führe. Aus dem BMG hieß es, dadurch dass die neue Hepatitis-Therapie inzwischen Standard sei, sei die Zahl der Entschädigungskürzungen gestiegen. Zwischen 2011 und 2016 habe diese bei 72 Menschen gelegen, 2017 seien es bereits 32 und 2018 40 gewesen. Für 2019 gibt es noch keine Zahlen. Die Zahlungen an die Betroffenen belaufen sich dem Änderungsantrag zufolge auf rund jeweils 340 000 Euro für die Jahre 2018 und 2019, die Bund und Länder je zur Hälfte tragen. Das Ministerium geht von insgesamt 785 rentenberechtigten Frauen aus, die von der Regelung betroffen sind. Die Rentenzahlungen pro Jahr belaufen sich in etwa auf 2,5 Millionen Euro jährlich. may

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