ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2019Bewertungsportale: Zweierlei Maß
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Der entscheidende Punkt wird bei dem ansonsten ausgezeichneten Artikel leider übersehen: Bewertungsdurchschnitte zugunsten seiner zahlenden Kunden und auf Kosten der zwangsgelisteten Ärzte/Zahnärzte zu manipulieren, ist die einfachste Sache der Welt. Bei der Veröffentlichung schlechter Bewertungen kann man zweierlei Maß anlegen, denn was Schmähkritiken und/oder Tatsachenbehauptungen sind, darüber kann man sehr unterschiedlicher Meinung sein und im Zweifelsfall kann man schlechte Bewertungen unter Hinweis auf die Geschäftsbedingungen blockieren. Ein bei Kunden in der Regel restriktiver Umgang mit Negativkritik, bei Nichtkunden ein permissiver Umgang damit, führt schnell zum Ziel, welches im Geschäftsinteresse des Portals ist. Zahlende Kunden werden mit – in der Regel – besseren Noten belohnt und nur auf diesen Bewertungsdurchschnitt kommt es an. Keiner kontrolliert das, es ist technisch sehr einfach und es ist im Geschäftsinteresse des Portals, das von seinen zahlenden Kunden lebt. Nur wenn diese – potentielle – Verletzung des Lauterkeitsrechts in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt wird, lässt sich der Spuk eines Zweiklassenportals – das die Ärzteschaft korrumpiert – dauerhaft beenden. Man lese den ZEIT-Artikel von Januar 2018 oder werfe einen Blick in das Portal selbst: Sortiert man dort Ärzte nach Noten, dann findet man ab der Note drei und schlechter fast nur noch Nichtkunden.

Dr. med. Dr. med. dent. Peter Gorenflos, 10551 Berlin

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema