ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2019Ausgeprägte polymorphe Schwangerschaftsdermatose bei einer Erstgebärenden

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Ausgeprägte polymorphe Schwangerschaftsdermatose bei einer Erstgebärenden

Pronounced polymorphic eruption of pregnancy in a primipara

Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 644; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0644

Schmidgen, Maria Isabel; Weidenthaler-Barth, Beate; Steinbrink, Kerstin

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Makulo-papulöses Erythem, am Abdomen im Bereich der Striae cutis distensae besonders ausgeprägt (breiter Pfeil), periumbilikal dezent abgeblasst (dünner Pfeil), schießscheibenartige (>) und vesikulöse Herde (>>) an den Extremitäten
Makulo-papulöses Erythem, am Abdomen im Bereich der Striae cutis distensae besonders ausgeprägt (breiter Pfeil), periumbilikal dezent abgeblasst (dünner Pfeil), schießscheibenartige (>) und vesikulöse Herde (>>) an den Extremitäten
Abbildung
Makulo-papulöses Erythem, am Abdomen im Bereich der Striae cutis distensae besonders ausgeprägt (breiter Pfeil), periumbilikal dezent abgeblasst (dünner Pfeil), schießscheibenartige (>) und vesikulöse Herde (>>) an den Extremitäten

Eine 38-jährige Erstgebärende stellte sich in der 36. Schwangerschaftswoche mit einem stark juckenden makulo-papulösen Erythem vor, das insbesondere abdominal im Bereich der Striae cutis distensae ausgeprägt war und periumbilikal eine dezente Abblassung zeigte. An den Extremitäten fanden sich schießscheibenartige und vesikulöse Herde. In der Zusammenschau von Hautbefund, negativer Medikamentenanamnese und unauffälliger Differenzialdiagnostik (Herpes-simplex-Virus-Polymerase-Kettenreaktion [HSV-PCR], Varizella-zoster-Virus[VZV[-PCR , Histologie, direkte und indirekte Immunfluoreszenz) konnte eine polymorphe Schwangerschaftsdermatose (PUPPP, „pruritic urticarial papules and plaques of pregnancy“) diagnostiziert werden. Das gesunde Neugeborene zeigte ein blandes Integument. Unter topischen Antipruriginosa und mittelpotenten Glukokortikoiden waren die Hautveränderungen komplett regredient. PUPPP ist eine häufige (Inzidenz 1 : 200), meist in den letzten Schwangerschaftswochen oder postpartal (15 %) auftretende Dermatose mit selbstlimitierendem Verlauf. Zu den individuellen Risikofaktoren gehören Erst- und Mehrlingsschwangerschaften sowie eine exzessive Gewichtszunahme der Mutter. Bei Schwangeren mit Pruritus sollten differenzialdiagnostisch eine atopische Schwangerschaftsdermatose, eine intrahepatische Schwangerschaftscholestase, ein Pemphigoid gestationis sowie Schwangerschafts-unspezifische Dermatosen (kutane Arzneimittelreaktionen, virale Exantheme) ausgeschlossen werden.

Dr. med. Maria Isabel Schmidgen, Dr. med. Beate Weidenthaler-Barth, Hautklinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Mainz, maria_isabel.schmidgen@unimedizin-mainz.de

Prof. Dr. med. Kerstin Steinbrink, Klinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Münster

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Schmidgen MI, Steinbrink K, Weidenthaler-Barth B: Pronounced polymorphic eruption of pregnancy in a primipara. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 644. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0644

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

Makulo-papulöses Erythem, am Abdomen im Bereich der Striae cutis distensae besonders ausgeprägt (breiter Pfeil), periumbilikal dezent abgeblasst (dünner Pfeil), schießscheibenartige (>) und vesikulöse Herde (>>) an den Extremitäten
Makulo-papulöses Erythem, am Abdomen im Bereich der Striae cutis distensae besonders ausgeprägt (breiter Pfeil), periumbilikal dezent abgeblasst (dünner Pfeil), schießscheibenartige (>) und vesikulöse Herde (>>) an den Extremitäten
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Makulo-papulöses Erythem, am Abdomen im Bereich der Striae cutis distensae besonders ausgeprägt (breiter Pfeil), periumbilikal dezent abgeblasst (dünner Pfeil), schießscheibenartige (>) und vesikulöse Herde (>>) an den Extremitäten

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