ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2019Anästhesievorbereitung: Bis zum Zeitpunkt des Eingriffs
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Ich teile Ihr Bestreben, Diabetespatienten in der Anästhesievorbereitung möglichst normoglykäm zu halten. Umso überraschter war ich über Ihre Empfehlung, die Metformintherapie präoperativ auszusetzen.

Die Fachgesellschaften für Chirurgie, Innere Medizin und Anästhesiologie haben bereits 2011 angeregt, „die Entscheidung über das Fortführen oder Absetzen oraler Antidiabetika von der Kontrolle des Blutzuckers und weniger von deren potenziellen Nebenwirkungen abhängig“ zu machen. In der 2017 überarbeiteten Fassung wird das Einhalten von präoperativen Karenzzeiten allein aufgrund geltender Fachinformationen erneut infrage gestellt und auf Arbeiten verwiesen, die unter fortgeführter Metformintherapie ein verbessertes Outcome bei Nierengesunden zeigten. Infolge eines Risikobewertungsverfahrens der European Medicines Agency (EMA) zu Metformin wurden 2017 die Fachinformationen EU-weit harmonisiert und die Indikation auf moderat niereninsuffiziente Patienten (GFR ≥ 30 ml/min) erweitert – zu stark überwogen die Vorteile des stabilen Blutglukosespiegels das Risiko der Laktatazidose. Seither kann Metformin bis zum Zeitpunkt des Eingriffs verordnet werden: „Metformin must be discontinued at the time of surgery under general, spinal or epidural anesthesia.“ Dies ist seit Anfang 2018 auch gängige Praxis in unserem Hause, übrigens mit dem positiven Nebeneffekt, dass aufgrund einer präoperativen Metformineinnahme keine elektiven oder ungeplanten Eingriffe mehr verschoben werden mussten.

Dr. med. Daniel Röder, 97080 Würzburg

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