ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2019GOÄ-Ratgeber: Zur Abrechnung einer Fusionsbiopsie der Prostata

MANAGEMENT

GOÄ-Ratgeber: Zur Abrechnung einer Fusionsbiopsie der Prostata

Dtsch Arztebl 2019; 116(38): A-1674 / B-1382 / C-1354

Gorlas, Stefan

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Ärztliche Kollegen und Patienten fragen wiederholt nach der Abrechnung einer MRT-Ultraschall-Fusionsbiospie der Prostata.

Bei diesem Verfahren werden kernspintomografische (MRT-) Bilder der Prostata in spezielle Ultraschallgeräte eingelesen und das tumorverdächtige Areal dort vom Arzt markiert. Bei der anschließenden Ultraschalluntersuchung zur Biopsie der Prostata wird diese durch eine spezielle Software des Gerätes mittels Ultraschallbild und gleichzeitig mittels der zuvor eingelesenen kernspintomografischen Bilder dargestellt. Zudem erfolgt auch eine Darstellung des Organs mit dem tumorverdächtigen Areal entsprechend den Bewegungen des Ultraschallkopfes simultan sowohl auf den Ultraschall- als auch auf den MRT-Bildern, wodurch eine sehr exakte Nadelführung zur Biopsie möglich ist.

Die vor der MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie durchgeführte diagnostische, multiparametrische Kernspintomografie der Prostata ist mit der Nr. 5720 GOÄ („Magnetresonanztomografie im Bereich des Abdomens und/oder des Beckens“), der Nr. 5731 GOÄ („Ergänzende Serie[n] zu den Leistungen nach den Nummern 5700 bis 5730 [z. B. nach Kontrastmitteleinbringung, Darstellung von Arterien als MR-Angiografie]“) für die funktionellen Serien sowie der Nr. 5733 GOÄ („Zuschlag für computergesteuerte Analyse [z. B. Kinetik, 3-D-Rekonstruktion]“) u. a. für die Bestimmung des Diffusionskoeffizienten berechnungsfähig.

Anzeige

Für die Ultraschalluntersuchung im Rahmen der MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie kann die Nr. 410 GOÄ („Ultraschalluntersuchung eines Organs“) berechnet werden. Darüber hinaus ist für die Markierung des tumorverdächtigen Areals auf den MRT-Bildern einschließlich der anschließenden Bildfusionierung (Übernahme der Daten auf die Ultraschallbilder) mit bewegungsabhängiger Darstellung dieses Areals simultan auf den MRT- und Ultraschallbildern ein analoger Ansatz der Nr. 5733 GOÄ sachgerecht. Wird die Sonografie von transrektal durchgeführt, kann zusätzlich die Nr. 403 GOÄ („Zuschlag zu den sonografischen Leistungen bei transkavitärer Untersuchung“) in Ansatz gebracht werden. Ein gegenüber einer diagnostischen Untersuchung der Prostata deutlich höherer Zeitaufwand kann über den Steigerungssatz der Nr. 410 GOÄ berücksichtigt werden.

Die Biopsien der Prostata sind gemäß einem Beschluss des Ausschusses Gebührenordnung der Bundes­ärzte­kammer, bestätigt durch deren Vorstand und publiziert im Deutschen Ärzteblatt, Heft 17, vom 29. April 2011, mit einem Ansatz der Nr. 319 GOÄ („Punktion der Prostata oder Punktion der Schilddrüse“) je Biopsie berechnungsfähig. Dr. med. Stefan Gorlas

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema