ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2019Krankenhausplanung: Nordrhein-Westfalen setzt auf Spezialisierung statt Bettenzahlen

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Krankenhausplanung: Nordrhein-Westfalen setzt auf Spezialisierung statt Bettenzahlen

dpa

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Kliniken in Nordrhein-Westfalen müssen sich ab 2022 auf eine veränderte Krankenhausplanung einstellen. Foto: sudok1/stock.adobe.com
Kliniken in Nordrhein-Westfalen müssen sich ab 2022 auf eine veränderte Krankenhausplanung einstellen. Foto: sudok1/stock.adobe.com

Die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen (NRW) sollen sich künftig auf bestimmte Leistungen spezialisieren. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kündigte eine Kehrtwende in der Krankenhausplanung an. Künftig soll nicht mehr die Bettenzahl als Richtgröße dienen. Stattdessen sollen die Häuser in Leistungsbereiche eingeteilt werden. Damit ist NRW laut Laumann das erste Bundesland mit einem solchen Modell. Laumann versicherte, es bleibe dabei, dass jeder Bürger in NRW bei Notfällen innerhalb von 30 Minuten ein Krankenhaus erreichen können müsse. Bei seinen Plänen stützt er sich auf ein Gutachten, wonach die städtischen Ballungszentren in NRW, vor allem im Rhein-Ruhr-Gebiet, mit Krankenhausleistungen überversorgt sind. Ländliche Gebiete sind dagegen bei einigen medizinischen Leistungen teils unterversorgt. Ob es durch die Reform zu Krankenhausschließungen kommen könnte, ließen sowohl Laumann als auch die Autoren des Gutachtens offen. Dies sei nicht ausgeschlossen, einen „Kahlschlag“ werde es aber nicht geben, hieß es. Mit der Umsetzung der Strukturreform ist nicht vor 2021 zu rechnen. Erst dann sollen Laumann zufolge die Verhandlungen über den neuen Krankenhausplan mit den Beteiligten vor Ort beginnen. Bis zum Ende der Legislaturperiode 2022 will er die Reform abgeschlossen haben. Die Krankenhausgesellschaft NRW will sich „offen und konstruktiv“ an der Gestaltung beteiligen. Die Kassen machten eine gute Grundlage dafür aus, die Qualität zu verbessern. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach von einer „Blaupause für eine kluge Krankenhausplanung“. dpa

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