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Dtsch Arztebl 2019; 116(38): A-1664

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Einschränkungen für retinoidhaltige Arzneimittel aktualisiert – Orale Retinoide sind stark teratogen und dürfen während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Topische Retinoide sind als Vorsichtsmaßnahme bei Schwangeren oder bei geplanter Schwangerschaft ebenfalls kontraindiziert. Die oralen Retinoide Acitretin, Alitretinoin und Isotretinoin dürfen bei Frauen im gebärfähigen Alter nur unter Einhaltung des Schwanger­schafts­verhütungs­programms angewendet werden.

Unter der Anwendung oraler Retinoide wurde über Depressionen oder durch Depressionen verstärkte Angststörungen sowie über Stimmungsschwankungen berichtet. Patienten sollten darüber informiert sein und bei derartigen Reaktionen einen Arzt aufsuchen. Alle Patienten sollten auf Anzeichen von Depressionen überwacht werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt Patienten, die bereits früher unter Depressionen gelitten haben. nec

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Quelle: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 50-2019

Fingolimod bei Schwangeren kontraindiziert – Bei Anwendung des MS-Medikaments Fingolimod (Gilenya®, Novartis) in der Schwangerschaft besteht ein erhöhtes Risiko für fötale Fehlbildungen. Am häufigsten gemeldet wurden angeborene Herzkrankheiten, Nierenfehlbildungen sowie muskuloskelettale Anomalien. Daher ist Fingolimod während der Schwangerschaft sowie bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine wirksame Verhütungsmethode anwenden, kontraindiziert. Vor Beginn der Behandlung muss ein negativer Schwangerschaftstest vorliegen. Vor einer geplanten Schwangerschaft und wenn eine Frau während der Behandlung schwanger wird, ist Fingolimod abzusetzen. nec

Quelle: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 49-2019

PE-Produkte für Neugeborene vor Licht schützen – Arzneimittel zur parenteralen Ernährung (PE), die Aminosäuren und/oder Fettemulsionen enthalten, sollen während der Verabreichung an Neugeborene und Kinder unter 2 Jahren vor Licht geschützt werden (Behältnisse und Infusionsbestecke). Wenn PE-Produkte, die Aminosäuren und/oder Fettemulsionen enthalten, gegenüber Licht exponiert werden, können Peroxide und andere Abbauprodukte entstehen, die bei Frühgeborenen schwerwiegende unerwünschte Wirkungen verursachen können. Am stärksten betroffen sind Produkte, die Vitamine und/oder Lipide enthalten. Besonders relevant ist der Lichtschutz bei Frühgeborenen, vorsichtshalber sollten PE-Produkte aber auch bei reifen Neugeborenen und Kindern bis 2 Jahren lichtgeschützt angewendet werden. nec

Quelle: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 48-2019

Lucentis®: Spritzenkolben teils schwergängig – Bei einigen Lucentis-Fertigspritzen (Ranibizumab, Novartis) wurden Schwierigkeiten beim Bewegen des Spritzenkolbens reklamiert, die dazu führen können, dass eine geringere als die empfohlene Dosis Ranibizumab in das Auge des Patienten appliziert wird. Bei der Einstellung der Dosis sollte überprüft werden, ob sich der Spritzenkolben leicht bewegen lässt. Falls dies nicht der Fall ist, sollte nicht mit der Injektion begonnen, sondern eine neue Fertigspritze verwendet werden. Wenn sich der Spritzenkolben während der Injektion nicht leicht bewegen lässt, sollte die Injektion abgebrochen werden. nec

Quelle: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 47-2019

Herpes zoster nach Impfung mit Shingrix®Der AkdÄ wurden Fälle gemeldet, in denen Patienten in engem zeitlichen Zusammenhang mit einer Shingrix-Impfung (GlaxoSmithKline) an Herpes zoster (HZ) erkrankt sind. Zusätzlich liegen im Spontanmeldesystem Berichte über ausgeprägte, zum Teil bullöse Hautreaktionen vor, die deutlich über die Injektionsstelle hinausgehen. In manchen der Fälle ist ein HZ in der Vorgeschichte dokumentiert. Teilweise trat der HZ in dem Dermatom auf, in dem die Impfung appliziert wurde bzw. es wurden Schmerzen in einem früher von HZ betroffenen Dermatom berichtet. Ob in den gemeldeten Fällen tatsächlich ein kausaler Zusammenhang zwischen Impfung und HZ bzw. anderen Hautveränderungen besteht, lässt sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen. Ärzte, die einen derartigen Fall beobachten, werden um Meldung an die AkdÄ gebeten. nec

Quelle: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 46-2019

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME): niedrige Impfquoten – Aktuell sind 161 Kreise in Deutschland als FSME-Risikogebiete definiert. Jeder, der in einem FSME-Risikogebiet lebt oder in ein Risikogebiet reist, sollte sich gegen FSME impfen lassen, so die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO). Allerdings sind die Impfquoten in Deutschland mit durchschnittlich 30 %, in endemischen Gebieten wie Bayern teils 40 %, relativ niedrig.

Beim konventionellen Impfschema des FSME-Impfstoffs Encepur (GSK) kann bei der Grundimmunisierung die zweite Teilimpfung flexibel 2 Wochen bis 3 Monate nach der ersten Dosis gegeben werden, die dritte erfolgt nach etwa 9–12 Monaten. Die erste Auffrischung sollte nach circa 3 Jahren erfolgen, anschließend im Abstand von 5 Jahren. Will ein Patient spontan in den Urlaub fahren, kann mit dem Encepur- Schnellschema an den Tagen 0, 7 und 21 grundimmunisiert werden. Auf diese Weise wird innerhalb von etwa 4 Wochen ein zuverlässiger Antikörpertiter aufgebaut. zyl

Quelle: Frühsommer-Meningoenzephalitis – ist eine Impfung die beste Prävention? Marburg, Juli 2019, Veranstalter:GSK

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