ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2019Leichtes Asthma: Weniger Anfälle mit einer Inhalation von Budesonid plus Formoterol nach Bedarf

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Leichtes Asthma: Weniger Anfälle mit einer Inhalation von Budesonid plus Formoterol nach Bedarf

Dtsch Arztebl 2019; 116(38): A-1660 / B-1373 / C-1345

Heinzl, Susanne

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Foto: Alexander Raths/stock.adobe.com
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Die Kombination aus Budesonid/Formoterol wirkt bei einer Inhalation nach Bedarf bei Patienten mit leichtem Asthma gut als Reliever und sie ist sicher. Dies konnte in 2 randomisierten doppelblinden und vor Kurzem publizierten Studien belegt werden (1, 2). Um den Effekt der Kombination unter Real-Life-Bedingungen zu untersuchen, wurde sie nun in einer offenen Studie bei Erwachsenen mit leichtem Asthma im Vergleich zu Salbutamol nach Bedarf untersucht (3).

In die Studie Novel Symbicort Turbuhaler Asthma Reliever Therapy (Novel START) wurden Erwachsene mit leichtem intermittierenden oder persistierenden Asthma aufgenommen, die mit einem kurz wirkenden Beta2-Sympathomimetikum (SABA) nach Bedarf behandelt worden waren. Randomisiert verwendeten sie über 52 Wochen Salbutamol nach Bedarf, eine Erhaltungstherapie mit Budesonid (400 µg/Tag) plus Salbutamol nach Bedarf oder Budesonid/Formoterol nach Bedarf. Primärer Endpunkt war die annualisierte Exazerbationsrate, zu den sekundären Endpunkten gehörten die Zahl der Exazerbationen, die Zeit bis zur ersten Exazerbation und die Zahl der schweren Exazerbationen. Zwischen März 2016 und August 2017 wurden in 16 Zentren 675 Teilnehmer in die Studie eingeschlossen, die Daten von 668 Patienten konnten ausgewertet werden.

In der Budesonid/Formoterol-Gruppe war die annualisierte Rate an Asthmaexazerbationen signifikant niedriger als in der Salbutamol-Gruppe (absolute Rate: 0,195 vs. 0,400; relative Rate 0,49; p < 0,001). Die Exazerbationsrate zwischen der Budesonid/Formoterol-Gruppe und der Gruppe mit Budesonid-Erhaltungstherapie unterschied sich nicht signifikant: Die absoluten Raten betrugen 0,195 und 0,175, die relative Rate von 1,12 differierte mit einem p-Wert von 0,65 nicht signifikant.

Schwere Exazerbationen waren mit Budesonid/Formoterol seltener als mit Salbutamol (9 vs. 23, relatives Risiko: 0,40) und als mit Budesonid-Erhaltungstherapie (9 vs. 21, relatives Risiko: 0,44). Neue, bislang nicht bekannte unerwünschte Effekte wurden nicht beobachtet.

Fazit: „Die Ergebnisse dieser Studie liefern zusammen mit den im vergangen Jahr publizierten Studien (1, 2) eine überzeugende Evidenz, dass Budesonid/Formoterol nach Bedarf bei Patienten mit leichtem Asthma eine akzeptable Alternative zu einer Erhaltungstherapie mit Budesonid ist“, so der Kommentar im begleitenden Editorial (4). Die aktuelle Studie habe auch gezeigt, dass Patienten mit leichtem Asthma, die lediglich ein SABA nach Bedarf verwendeten, ein nicht zu vernachlässigendes Exazerbationsrisiko hätten. „Ein Ersatz der SABA-Therapie nach Bedarf durch Budesonid/Formoterol nach Bedarf oder durch eine Erhaltungstherapie mit inhalierbarem Glukokortikoid konnte das Risiko um etwa 50 % senken.“ Aufgrund der Ergebnisse dieser und weiterer Untersuchungen sollten die Leitlinienempfehlungen zur Behandlung von Patienten mit leichtem Asthma überdacht werden. Dr. rer. nat. Susanne Heinzl

  1. O’Byrne PM, et al.: Inhaled combined budesonide–formoterol as needed in mild asthma. N Engl J Med 2018; 378: 1865–76.
  2. Bateman ED, et al.: As-needed budesonide–formoterol versus maintenance budesonide in mild asthma. N Engl J Med 2018; 378: 1877–87.
  3. Beasley R, Holliday M, Reddel HK, et al.: Controlled trial of budesonide–formoterol as needed for mild asthma. N Engl J Med 2019; 380: 2020–30.
  4. Wong GWK: How should we treat patients with mild asthma? N Engl J Med 2019; 380: 2064–6.

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