ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2019Schmerzmedizin: Neue Tagesklinik in Leipzig bietet multimodale Behandlung

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Schmerzmedizin: Neue Tagesklinik in Leipzig bietet multimodale Behandlung

Dtsch Arztebl 2019; 116(38): A-1666 / B-1376 / C-1348

Hillienhof, Arne

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Die neue Tagesklinik bietet neben der medikamentösen Versorgung auch verhaltenstherapeutische Angebote zur Schmerzbewältigung und Ablenkung. Foto: dpa
Die neue Tagesklinik bietet neben der medikamentösen Versorgung auch verhaltenstherapeutische Angebote zur Schmerzbewältigung und Ablenkung. Foto: dpa

Ein neues Angebot für Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen hat das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) eingerichtet. Eine neue Schmerz-Tagesklinik soll die Lücke zwischen ambulanter und stationärer Versorgung im Schmerzbereich schließen.

Die Tagesklinik ist ein Gemeinschaftsprojekt der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie, der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie der Zentralen Einrichtung Physikalische Therapie und Rehabilitation am UKL. Behandelt werden chronische Rücken- oder Nervenschmerzen sowie solche des Muskel- und Bewegungsapparates, zum Beispiel im Knie, in der Schulter oder im Hüftgelenk. Mögliche Therapien werden individuell und nach einem Behandlungsplan entwickelt.

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„Alle Behandlungen sind speziell auf chronische Schmerzen ausgelegt und daran angepasst, was der einzelne Patient erreichen möchte“, sagte Dr. med. Theresa Völker, Fachärztin für Anästhesie. Sie ist als Projektleiterin für die organisatorischen Abläufe beim Aufbau der Schmerztagesklinik verantwortlich.

Neben medikamentöser Versorgung unter ärztlicher Anleitung und Beratung erhalten die Patienten in Schulungen theoretisches Wissen rund um das Thema Schmerz. „Unter professioneller Anleitung bekommen die Betroffenen zudem gezeigt, wie sie schmerzverstärkende Bewegungen in ihrer Alltagsroutine im Haushalt und Beruf erkennen und vermeiden können.

Weiterhin erlernen sie verhaltenstherapeutische Verfahren zur Schmerzbewältigung und Ablenkung. Die Möglichkeit, in Einzelgesprächen mit Psychologen ihre Belastungs- und Stressfaktoren herauszufiltern, komplettiere das interdisziplinäre multimodale Behandlungskonzept, so Völker.

Die Behandlung erfolgt in Kleingruppen von sechs bis acht Personen und dauert vier Wochen. In dieser Zeit erhalten die Patienten montags bis freitags zwischen 8 und 15.30 Uhr eine ständige ärztliche und therapeutische Betreuung.

Nach etwa drei Monaten folgen zwei erneute Behandlungstage, um das erlernte Hausübungsprogramm aufzufrischen. Die Behandlungskosten in der Schmerz-Tagesklinik werden laut UKL durch die Krankenkassen übernommen. hil

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