ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2019Parasitologie: Kompetenznetzwerk erforscht Krankheitsübertragung durch Zecken

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Parasitologie: Kompetenznetzwerk erforscht Krankheitsübertragung durch Zecken

Dtsch Arztebl 2019; 116(38): A-1666 / B-1376 / C-1348

Hillienhof, Arne

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Trotz zahlreicher Erkenntnisse über Zecken herrscht ein weiterhin hoher Informationsbedarf in der Bevölkerung. Foto: picture alliance/APA picturedesk.com
Trotz zahlreicher Erkenntnisse über Zecken herrscht ein weiterhin hoher Informationsbedarf in der Bevölkerung. Foto: picture alliance/APA picturedesk.com

Menschen und Tiere im Nordseeraum besser vor Zecken und den von ihnen übertragenen Erkrankungen schützen will ein neues Kompetenznetzwerk namens NorthTick. Das Vorhaben läuft dreieinhalb Jahre und wird mit einem Budget von 5,7 Millionen Euro vom Interreg Nordseeprogramm gefördert, einem EU-Programm für länderübergreifende Zusammenarbeit.

Obwohl Wissenschaft und Ärztinnen und Ärzte bereits zahlreiche Erkenntnisse über Zecken und die Krankheiten, die sie übertragen, gesammelt haben, sei ein Großteil der Bevölkerung bislang nicht ausreichend oder nur ungenau über diese Themen informiert, sagt Prof. Dr. med. vet. Christina Strube, Leiterin des Instituts für Parasitologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover.

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Mit ihrem Team möchte sie im Rahmen des Projektes unter anderem das Risiko einer Gesundheitsgefährdung durch Zecken und die von ihnen übertragenen Erkrankungen in Niedersachsen ermitteln und darüber informieren. Dabei hat sie Mensch und Tier im Blick: „Für uns Tierärzte bilden das Tier, dessen Besitzer und die öffentliche Gesundheit eine natürliche Einheit“, so Strube.

Ihre Arbeitsgruppe untersucht bereits seit 2005 regelmäßig Zecken an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet Hannover auf Krankheitserreger. Neben dieser Langzeitüberwachung bestimmen sie die Häufigkeit von Zecken in Hannover und anderen Regionen Norddeutschlands.

Dabei konnten sie beispielsweise zeigen, dass im Stadtgebiet Hannover die Infektionsrate von Zecken mit Borrelien und Anaplasmen über die Jahre bislang weitgehend gleichgeblieben ist, während sich Infektionen mit Rickettsien signifikant erhöht haben.

„Die Ergebnisse unserer verschiedenen Untersuchungen möchten wir übersichtlich aufbereiten und sie für die Information der Bürger zur Verfügung stellen“, sagt die Wissenschaftlerin. Notwendig seien eine effiziente Risikoeinschätzung und effektive Prophylaxemaßnahmen sowie optimale Tests, um Krankheitserreger, die durch Zecken übertragen werden könnten, noch schneller oder präziser nachzuweisen.

Erforderlich sei zudem ein optimales Management für durch Zecken übertragene Erkrankungen. „Dies wollen wir in diesem translationalen Kompetenznetzwerk gemeinsam erreichen“, betonte sie. NorthTick gehören elf Partner aus den Nordseeanrainerstaaten Schweden, Dänemark, Norwegen, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden und Deutschland an. hil

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