ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2019Herpes zoster: Serologie mit heranziehen
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Dass inaktivierter Impfstoff dem Lebendimpfstoff vorzuziehen ist, zumal wenn er wirksamer ist, erscheint mir fast schon trivial angesichts der eigenen Erfahrungen, dass ich als Kind noch nach Sabin, bei Auffrischung schon nach Salk geimpft wurde und bei der Bundeswehr Reihenimpfungen gegen Pocken gemacht habe. Was ich nicht verstehe: Wie soll Immunisierung gegen HVZ wirken bei Menschen, die Varizellen durchgemacht haben und das Virus geschützt vor der eigenen Abwehr in Ganglienzellen schlummert, entlang der Axone in die Haut und dann in die Umgebung freigesetzt wird. Die Viren in den Ganglien bleiben doch wohl weiter geschützt und können später erneut repliziert und freigesetzt werden.

Seit 1991 behandle ich einen Patienten, der zwischen 1991 und 2012 fünf (!) Zosterradikulitiden mit Paresen von M. trizeps, Zehenheber und Bauchwandmuskulatur durchgemacht hat und dessen Sohn (selber Arzt) nach der letzten Zostereruption nach einer Impfindikation fragte. Ich bin davon ausgegangen, dass dieser Patient eigentlich eine ausreichende Immunität gegen HVZ haben müsste und habe die Serologie in Auftrag gegeben. Wie von mir erwartet, wies er einen extrem hohen EIA-Ig G-Wert von über 5 000 mIE/ml auf. Ich habe deshalb nicht geimpft und seither ist auch kein Zoster mehr aufgetreten.

Dr. med. Hans Baiker, 32756 Detmold

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