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Wir bedanken uns für den differenzierten Diskussionsbeitrag. Bezüglich des Erregerspektrums in der elektiven Abdominalchirurgie muss sicherlich von einem hohen Anteil von durch Darmbakterien verursachten Wundinfekten ausgegangen werden. Ob jedoch der oberflächliche A1-Wundinfekt durch Translokation der Erreger aus dem Operationsgebiet in die Wunde verursacht wird, bleibt spekulativ. Eine alleinige Infektion der Haut, verursacht durch Darmkeime ohne Beteiligung von Faszie oder Abdominalhöhle, erscheint unwahrscheinlich. Die tiefen beziehungsweise Organe und Körperhöhlen betreffenden Wundinfekte (A2/3) sind in der Abdominalchirurgie in den meisten Fällen durch Darmbakterien verursacht. Die genannten Beteiligungen von Escherichia coli und Enterokokken beziehen sich auf die Gesamtheit der Wundinfekte und nicht allein auf die oberflächlichen A1-Wundinfekte (1). Es wurden ebenfalls relevante Anteile an Wundinfekten nachgewiesen, die durch Staphylokokkus aureus und Koagulase-negative Staphylokokken verursacht wurden (2). Somit erscheint die Hypothese, die A1-Wundinfektrate durch eine Intrakutannaht (hohe Dichtigkeit, keine Verletzung dermaler Strukturen [3]) positiv beeinflussen zu können, berechtigt.

Wir stimmen zu, dass die Klammernaht eine partielle Wunderöffnung erlaubt, die bei fortlaufender Intrakutannaht nur erschwert möglich ist. Die nach Klammerentfernung, also nach dem zehnten postoperativen Tag, aufgetretenen Wunddehiszenzen erforderten für die betroffenen Patienten verschiedene Maßnahmen wie eine Sekundärnaht, die Adaptation mit Klammerpflastern oder eine offene Wundbehandlung. Der geringe Krankheitswert einer Wunddehiszenz steht der Belastung der Patienten durch die genannten Prozeduren und ambulante Kontrolltermine gegenüber. Ebenfalls sehr berechtigt ist der Hinweis auf das technisch korrekte Anbringen von Klammernähten, um eine ungestörte Wundheilung zu begünstigen.

DOI: 10.3238/arztebl.2019.0661b

Für die Autoren
Dr. med. Elisabeth Maurer
Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Marburg
maurere@med.uni-marburg.de

Interessenkonflikt
Dr. Maurer erhielt Studienunterstützung (Drittmittel) von der Rhön AG.

1.
Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO): Prävention postoperativer Wundinfektionen. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut. Bundesgesundheitsbl 2018; 61: 448–73 CrossRef MEDLINE
2.
Cruse PE, Foord R: A five-year prospective study of 23,649 surgical wounds. Arch Surg 1973; 107: 206–10 CrossRef MEDLINE
3.
Mangram AJ, Horan TC, Pearson ML, Silver LC, Jarvis WR: The hospital infection control practices advisory committee: guideline for prevention of surgical site infection. Am J Infect Contro 1999; 27: 97–132 MEDLINE
4.
Maurer E, Reuss A, Maschuw K, et al.: Superficial surgical site infection following the use of intracutaneous sutures versus staples—a randomized single-center trial in an elective gastrointestinal surgery setting. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 365–71 VOLLTEXT
1.Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO): Prävention postoperativer Wundinfektionen. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut. Bundesgesundheitsbl 2018; 61: 448–73 CrossRef MEDLINE
2.Cruse PE, Foord R: A five-year prospective study of 23,649 surgical wounds. Arch Surg 1973; 107: 206–10 CrossRef MEDLINE
3.Mangram AJ, Horan TC, Pearson ML, Silver LC, Jarvis WR: The hospital infection control practices advisory committee: guideline for prevention of surgical site infection. Am J Infect Contro 1999; 27: 97–132 MEDLINE
4.Maurer E, Reuss A, Maschuw K, et al.: Superficial surgical site infection following the use of intracutaneous sutures versus staples—a randomized single-center trial in an elective gastrointestinal surgery setting. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 365–71 VOLLTEXT

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