ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2019Osteopoikilose – Zufallsbefund in der Notaufnahme

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Osteopoikilose – Zufallsbefund in der Notaufnahme

Osteopoikilosis—incidental finding in the emergency department

Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 662; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0662

Lüke, Ulrich; von Ditfurth, Bodo; Dumont, Clemens

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Nach einem Treppensturz stellte sich ein 47-jähriger Patient in der Notaufnahme vor. Bei Schmerzen in der rechten Schulter und am rechten Beckenkamm wurden Röntgenbilder in zwei Ebenen angefertigt. Knöcherne Verletzungen wurden ausgeschlossen. Es fanden sich disseminierte sklerotische Herde in den abgebildeten Skelettabschnitten. Eine maligne Grunderkrankung war nicht bekannt.

Die Osteopoikilose (Osteopathia condensans disseminata) ist eine benigne autosomal dominant vererbte oder sporadisch auftretende sklerosierende Knochendysplasie. Grundlage ist eine Umbaustörung des lamellären Knochens in der Spongiosa durch eine „loss of function“-Mutation im LEMD3-Gen. Die Prävalenz wird auf 1/50 000 geschätzt. Der Großteil der Patienten ist asymptomatisch, sodass die Diagnose meist als Zufallsbefund gestellt wird. In Ausnahmefällen können Beschwerden wie Gelenkschmerzen oder eine Schwellung auftreten. Eine Schwächung des Knochens liegt nicht vor. Meist tritt diese Veränderung isoliert auf, sie kann in seltenen Fällen mit anderen klinischen Fehlbildungen bis hin zu definierten Syndromen einhergehen. Bei typischem Röntgenbild ist eine bioptische Sicherung in der Regel nicht notwendig.

Dr. med. Ulrich Lüke, Dr. med. Bodo von Ditfurth, Prof. Dr. med. Clemens Dumont, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie, Klinikum Kassel GmbH, ulrich.lueke@klinikum-kassel.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Lüke U, von Ditfurth B, Dumont C: Osteopoikilosis—incidental finding in the emergency department.
Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 662. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0662

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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