ArchivMedizin studieren2/2019Auf eine Tasse Kaffee mit . . .: Jon Wahnschaffe

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Auf eine Tasse Kaffee mit . . .: Jon Wahnschaffe

Medizin studieren, WS 2019/20: 38

Richter-Kuhlmann, Eva

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Beim Kongress „Operation Karriere“ des Deutschen Ärzteverlags im Mai dieses Jahres in Bochum hatte Jon Wahnschaffe, damals noch Medizinstudent aus Hannover und Univertreter der Studierenden des Hartmannbundes an der Universität Hannover, sein Examen zwar noch vor sich. Doch das ärztliche Berufsleben konnte er bereits aus allernächster Nähe erleben: Er absolvierte sein Praktisches Jahr (PJ), den letzten Abschnitt des Medizinstudiums. Ein Jahr lang sollen die künftigen Ärztinnen und Ärzte in Kliniken lernen, die im Studium erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten auf den einzelnen Krankheitsfall anzuwenden – noch unter dem Dach der Medizinischen Fakultäten, aber 40 Stunden die Woche.

Foto: Stefanie Hanke, DÄV
Foto: Stefanie Hanke, DÄV

„Bei diesem letzten Ausbildungsabschnitt ist noch Raum für Verbesserung“, sagte Wahnschaffe im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt Medizin Studieren, „sowohl was die Rahmenbedingungen als auch was die Ausbildung an sich betrifft.“

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Viele Medizinstudierende hatten sich deshalb Anfang des Jahres an den vielfältigen Veranstaltungen in ganz Deutschland beteiligt, mit denen die Medizinstudierenden bundesweit faire Bedingungen für das PJ forderten (dazu Titel DÄ Medizin Studieren Heft SS/2019).

Die Medizinstudierenden im Hartmannbund appellierten sogar jüngst wieder an Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU), bei seinen Plänen zu Veränderungen im PJ mit vergleichbarer Entschlossenheit vorzugehen wie auf anderen Feldern der Gesundheitspolitik. Spahn hatte nämlich vor Medizinstudierenden nicht nur Modifizierungen in der Struktur des PJ angekündigt, sondern auch Unverständnis über den Umgang vieler Lehrkrankenhäuser mit ihren Studierenden erkennen lassen – vor allem auch hinsichtlich vielerorts herrschender Arbeitsbedingungen.

Neben den studentischen Forderungen nach verbesserten Lehr-, Lern- und Arbeitsbedingungen im PJ ist für Wahnschaffe, der inzwischen approbierter Arzt ist, auch die PJ-Aufwandsentschädigung nach wie vor ein wichtiges Thema. Sie sollte ein mindestens existenzsicherndes Niveau haben, wovon man aktuell noch weit entfernt sei: „Viele Krankenhäuser zahlen überhaupt keine Entschädigung“, berichtet Wahnschaffe. Wenn schon durch eine künftige Änderung der Ärztlichen Approbationsordnung auch das PJ inhaltlich umstrukturiert werde, müsse endlich auch eine angemessene Entschädigung der PJ-Studierenden verankert werden, forderte er: „Eine unbezahlte 40-Stunden-Woche an den Lehrkrankenhäusern ist inakzeptabel.“

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