ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2019Osteoporose: Kein Beleg für Nutzen eines allgemeinen Screenings

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Osteoporose: Kein Beleg für Nutzen eines allgemeinen Screenings

Dtsch Arztebl 2019; 116(39): A-1696 / B-1402 / C-1374

Hillienhof, Arne

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Für den Nutzen eines allgemeinen Screenings auf Osteoporose gibt es keine Hinweise. Foto: picture alliance/Phanie
Für den Nutzen eines allgemeinen Screenings auf Osteoporose gibt es keine Hinweise. Foto: picture alliance/Phanie

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat erstmals eine Gesundheitstechnologie für das European Network for Health Technology Assessment (EUnetHTA) bewertet. Dabei geht es um den Nutzen eines allgemeinen Screenings auf Osteoporose. In dem Bericht melden die Wissenschaftler, dass die Studienlage zu schlecht ist. So seien keine Studien zum Osteoporosescreening bei Männern oder jüngeren Frauen gefunden worden. Die Studien zum Screening auf Osteoporose bei älteren Frauen zeigten, dass ein allgemeines Screening „wahrscheinlich wenig oder gar keinen Nutzen hat, da Studien mittlerer Qualität keinen konsistenten Effekt des Screenings auf die Frakturrate zeigen“, so das Fazit des Berichtes. Ziel des EUnetHTA ist, grenzüberschreitend die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit der europäischen HTA-Agenturen zu fördern. „HTA-Berichte aus anderen europäischen Ländern oder auch gemeinsam von einzelnen HTA-Agenturen erstellte Bewertungen können gegebenenfalls auch in anderen Ländern als Grundlage für Erstattungsentscheidungen verwendet werden. Die EU-Kommission strebt an, hierfür bald gesetzliche Grundlagen zu schaffen“, so das IQWiG. Nicht zu jeder diagnostischen oder therapeutischen Intervention müsse in jedem Land ein eigener HTA-Bericht erstellt werden. Das IQWiG betonte zugleich, dass die Zusammenarbeit nicht unproblematisch sei. Es sei wichtig, dass alle Beteiligten gleiche wissenschaftliche Bewertungsmaßstäbe anlegten. Innerhalb Europas gebe es weiter große Unterschiede, wann, wie und durch wen Nutzenbewertungen erstellt würden. Die Pläne der EU-Kommission für europaweit einheitliche und national verbindliche HTA-Arbeit sieht das IQWiG daher unverändert skeptisch. hil

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