ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2019Sterbebegleitung: „Glaub“würdig
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Beim Lesen des Artikels wartete ich immer, was zum Inhalt, zum Ziel einer Hoffnung gegen den anstehenden Tod oder gar über ihn hinaus gesagt wird. Ich fand (lediglich): „ ... eine Bündelung von Aufrichtigkeit, Sensibilität, Humor und Empathie als hoffnungsspendend ... Ihre Bedeutung [der Hoffnung; nicht ihr Inhalt] ist höchst individuell, relativ und variabel ... Gestaltung der Zeit ... zählen zu den Hoffnungsträgern Faktoren wie Schmerzkontrolle, Bewahrung der Würde, Kontakt mit Menschen, innere Ruhe, Humor, die Art, wie man mit ihnen über die Prognose spricht.“

Zum eigentlichen Inhalt einer tragenden Hoffnung fand ich: nichts. Das war mir für einen Zwei-Seiten-Artikel etwas wenig. Für mich als gemeinsamer Nenner des Zitierten wenigstens: Beziehung! Dem Sterbenden als Gegenüber entgegentreten, der von dessen Würde und Liebenswertigkeit überzeugt ist.

Dass der Glaube an ein „Weitergehen“ – wie immer auch – nicht genannt wird: Zu abwegig? Kein Studienthema? Glaube kann schon sein, dass das eigene Leben und Sterben Bedeutung gehabt haben möge über das eigene Leben hinaus, für andere. Konkret, klartextig kann dies in Gott gesehen werden.

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Wenn mir klar war, dass ein Sterbender an ein „Weitergehen“ (irgendwie) glaubte, so bat ich ihn oft: mich zu empfangen, wenn ich ihm diesen Weg nachgehen würde. Da flossen Tränen, da relativierte sich die Angst vor dem Tod – auch bei mir. Dass selbst der Tod zu irgendetwas Nutze sein soll ..., meines Erachtens der Dreh- und Angelpunkt. Aber nicht im Ansatz angesprochen. Nur meine Erfahrung? Das geht über Empathie hinaus – auch in der Wirkung. Allerdings: Es muss ehrlich, „glaub“würdig sein.

Dr. med. Alexander Ulbrich, 70599 Stuttgart

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