ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2019Onkologie: Erweiterte S3-Leitlinie zur Palliativversorgung erschienen

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Onkologie: Erweiterte S3-Leitlinie zur Palliativversorgung erschienen

Dtsch Arztebl 2019; 116(39): A-1738 / B-1434 / C-1406

Hillienhof, Arne

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Im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie ist eine aktualisierte S3-Leitlinie „Palliativmedizin für Patienten/-innen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“ unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) erschienen. Sie ergänzt die Vorgängerversion aus dem Jahr 2015.

Der Wunsch zu sterben erfordert eine professionelle und verantwortungsvolle Begleitung. Foto: FatCamera/iStock
Der Wunsch zu sterben erfordert eine professionelle und verantwortungsvolle Begleitung. Foto: FatCamera/iStock

An der Erstellung der aktualisierten Fassung waren 70 Fachgesellschaften und Organisationen beteiligt. Sie enthält acht neue Kapitel, in denen die Autorinnen und Autoren unter anderem den Umgang mit dem Wunsch zu sterben sowie die Versorgung einer tumorbedingten Fatigue und maligner Wunden aufgreifen.

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„Der Todeswunsch muss von den Behandlern wahrgenommen und professionell sowie verantwortungsvoll begleitet werden. Die Symptomkontrolle ist hier von besonderer Bedeutung“, erläutert der Koordinator der Leitlinie, Prof. Dr. med. Raymond Voltz von der Universitätsklinik Köln. In der Leitlinie werden deshalb Strategien zum Umgang mit dem Todeswunsch und eine verbesserte Symptomkontrolle aufgezeigt.

Zudem wurde die Leitlinie um das Thema „Fatigue“ ergänzt, einer dauerhaften körperlichen, kognitiven und emotionalen Erschöpfung. „Die Mehrzahl der Patienten mit tumorbedingter Fatigue wird nicht ausreichend medizinisch versorgt“, sagt Prof. Dr. med. Claudia Bausewein vom Klinikum der Universität München, ebenfalls Koordinatorin der Leitlinie und Vorstandsmitglied der DGP. Sie betont, eine ursächliche Behandlung der Fatigue sei oftmals langwierig und deshalb für Menschen am Lebensende „leider ungeeignet“. In diesen Fällen biete sich eine Behandlung der Symptome eher an, beispielsweise durch eine medikamentöse Therapie oder durch Verhaltenstherapie. Auch Bewegungstraining könne infrage kommen.​

In die Leitlinie aufgenommen wurde außerdem unter anderem ein Kapitel zu malignen Wunden, also Durchbruchwunden eines Tumors durch die Haut. Sie sind für Patientinnen und Patienten oftmals mit starken Schmerzen verbunden. hil

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