ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2019Schwangeren- und Kinderschutz: Neuer Ländervorstoß für Rauchverbote in Autos

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Schwangeren- und Kinderschutz: Neuer Ländervorstoß für Rauchverbote in Autos

Dtsch Arztebl 2019; 116(39): A-1693 / B-1401 / C-1373

dpa; Maybaum, Thorsten

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Rund eine Million Minderjährige sollen hierzulande Tabakrauch im Auto ausgesetzt sein. Foto: ClarkandCompany/iStock
Rund eine Million Minderjährige sollen hierzulande Tabakrauch im Auto ausgesetzt sein. Foto: ClarkandCompany/iStock

Mehrere Bundesländer wollen das Rauchen in Autos verbieten, wenn Kinder oder Schwangere darin sitzen. Der Bundesrat beriet über einen Antrag Nordrhein-Westfalens, den auch Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein unterstützen. Die Antragsteller wollen das Nichtraucherschutzgesetz ändern. Verstöße sollen mit 500 bis 3 000 Euro geahndet werden. Die Länder begründen ihren Vorstoß mit den gesundheitlichen Schäden des Passivrauchens. Die Belastung mit Tabakrauch erreiche in geschlossenen Fahrzeugen schon nach wenigen Minuten ein Vielfaches einer stark verrauchten Gaststätte. Das Deutsche Krebsforschungszentrum schätze, dass rund eine Million Minderjährige in Deutschland Tabakrauch im Auto ausgesetzt seien, heißt es. Die Länderkammer überwies den Antrag nach der Vorstellung in der Plenarsitzung an die Ausschüsse für Gesundheit und Jugend, die in der letzten Septemberwoche darüber beraten wollen. Sollte der Bundesrat den Antrag nach den Ausschussberatungen annehmen, müsste noch der Bundestag darüber abstimmen. Ärzte dringen schon lange auf einen besseren Schutz. Ein Rauchverbot in Autos, in denen Minderjährige oder Schwangere sitzen, sei überfällig, sagte der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Dr. med. (I) Klaus Reinhardt. Passivrauchen schade der Gesundheit sehr, das gelte insbesondere für Ungeborene, Kinder und Jugendliche. „Es sollte selbstverständlich sein, in ihrer Gegenwart nicht zu rauchen“, sagte er. Wo diese Einsicht fehle, müsse der Staat eingreifen. dpa/may

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