ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2019GOÄ-Ratgeber: Abzug der Eröffnungsleistung bei pelviskopischen/laparoskopischen Eingriffen

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GOÄ-Ratgeber: Abzug der Eröffnungsleistung bei pelviskopischen/laparoskopischen Eingriffen

Dtsch Arztebl 2019; 116(40): A-1796 / B-1484 / C-1456

Prangenberg, Kerrin

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Diese Frage tritt in unregelmäßigen Abständen immer wieder bei minimalinvasiven, pelviskopischen beziehungsweise laparoskopischen Operationen in der Gynäkologie auf.

Gemäß den Allgemeinen Bestimmungen Abschnitt H GOÄ „Geburtshilfe und Gynäkologie“ kann bei der Durchführung mehrerer Leistungen, die eine Eröffnung der Bauchhöhle enthalten, die Eröffnung nur einmal berechnet werden. Die Vergütungssätze der weiteren Eingriffe sind deshalb um den Vergütungssatz nach Nummer 3135 (1 110 Punkte) zu kürzen.

Diese Bestimmungen sind nicht anzuwenden bei den kleineren pelviskopischen Eingriffen nach Nr. 1155 GOÄ („Pelviskopie mit Anlegen eines druckkontrollierten Pneumoperitoneums und Anlegen eines Portioadapters – gegebenenfalls einschließlich Probeexzision und/oder Probepunktion, 800 Punkte“) und Nr. 1156 GOÄ („Pelviskopie mit Anlegen eines druckkontrollierten Pneumoperitoneums und Anlegen eines Portioadapters einschließlich Durchführung intraabdominaler Eingriffe – gegebenenfalls einschließlich Probeexzision und/oder Probepunktion, 1 050 Punkte“), da die vorgenannten Gebührenpositionen in ihrer Bewertung keine Baucheröffnung enthalten.

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Anders verhält es sich bei laparoskopischen beziehungsweise pelviskopischen Eingriffen, die über originäre Gebühren-nummern größerer abdominaler Eingriffe abgerechnet werden, in denen die Bauch-
eröffnung bereits eingepreist ist. Der Abzug der Eröffnungsleistung von 1 110 Punkten ist dann jeweils für den zweiten und jeden weiteren laparoskopischen Eingriff vorzunehmen (siehe auch GOÄ- Kommentar von Hoffmann, Kohlhammer-Verlag).

Auch in dem bereits am 23. Juli 2004 im Deutschen Ärzteblatt publizierten GOÄ-Ratgeber wird diese Auffassung vertreten: „Folgerichtig und am Wortlaut des Verordnungstextes orientiert müsste bei der Berechnung von zwei oder mehreren Eingriffen nach den alten Gebührenpositionen der Abzug einer Eröffnungsleistung fällig sein, auch wenn ein offener Zugangsweg entsprechend GOÄ-Nr. 3135 bei der endoskopischen Ausführung nicht geschaffen werden muss. Entscheidend ist, dass für die endoskopische Ausführung der Leistungen zwei oder mehrere Gebührenpositionen angesetzt wurden, die „jeweils in der Leistung die Eröffnung der Bauchhöhle enthalten“.

Somit wäre zum Beispiel bei einem Ansatz der Nr. 1145 GOÄ („Ovarektomie, Ovariotomie, Salpingektomie durch vaginale oder abdominale Eröffnung der Bauchhöhle, 1 660 Punkte“), welche in ihrer Bewertung eine Baucheröffnung enthält, und dem möglichen Ansatz der Nr. 3172 GOÄ („Operative Darmmobilisation bei Verwachsungen, als selbstständige Leistung, 1 600 Punkte“), welche ebenfalls eine Baucheröffnung enthält, für letztere Gebührenposition ein Abzug der Eröffnungsleistung vorzunehmen.

Dr. med. Kerrin Prangenberg

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