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Dtsch Arztebl 2019; 116(40): A-1787

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Palexia® retard wirkt effektiv gegen Rückenschmerzen – Rund ein Drittel der deutschen Bevölkerung leidet unter chronischen oder wiederkehrenden Rückenschmerzen. Die Ursachen sind laut Dr. med. Axel Ruetz, Koblenz/Montabaur, vielfältig. Häufig haben Rückenschmerzen sowohl eine nozizeptive als auch eine neuropathische Komponente. Es sei daher ratsam, einen Wirkstoff zu verordnen, der beide Schmerzanteile abdecke. Diese Möglichkeit bietet Palexia retard (Tapentadol, Grünenthal), das einen dualen Wirkmechanismus (MOR/NRI) aufweist: Der Wirkstoff hemmt die Leitung von Schmerzsignalen über aufsteigende Nervenbahnen und verstärkt zugleich die körpereigene Schmerzhemmung über absteigende Nervenbahnen.

Es gebe weitere Argumente, die für Tapentadol sprächen, so Ruetz. Der Wirkstoff sei gut verträglich und verursache weniger Nebenwirkungen als beispielsweise Oxycodon. Insbesondere komme es zu vergleichsweise wenig ausgeprägten Vigilanzstörungen sowie zu weniger gastrointestinalen Nebenwirkungen wie Obstipation. Außerdem ist Tapentadol bei leichter bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion ohne Dosisanpassung einsetzbar. Der Wirkstoff besitzt darüber hinaus nur ein geringes Interaktionspotenzial. „Das sind in der Praxis relevante Sicherheitsaspekte“, betonte Ruetz. CV

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Quelle: Pressegespräch „Mit Palexia® retard auf der sicheren Seite?“ Hamburg, 6. September 2019; Veranstalter: Grünenthal

Fixkombination Beclometason/Formoterol bei schlecht kontrolliertem Asthma – Häufig ist eine Dysfunktion der kleinen Atemwege (Small Airways Dysfunction, SAD) verantwortlich für eine unzureichende Asthmakontrolle. Asthmapatienten aller GINA-Stufen können betroffen sein, insbesondere aber in den Stufen 4 und 5. Hohe SAD-Scores korrelieren mit schlechter Asthmakontrolle und Lebensqualität sowie einer hohen Exazerbationsrate. Dies sind die Ergebnisse der ATLANTIS-Studie zu SAD bei Asthma bronchiale. Die Studie bestätigte zudem die Impulsoszillometrie als praxistaugliche und geeignete Methode zur Diagnose von SAD. PD Dr. med. Frederik Trinkmann, Mannheim, empfahl daher deren häufigeren Einsatz in der pneumologischen Praxis, insbesondere da Störungen in den kleinen Atemwegen per Spirometrie nicht ausreichend erfasst würden. Gerade bei schlecht kontrolliertem Asthma könnten aus den Untersuchungsergebnissen therapeutische Konsequenzen gezogen werden. Angezeigt sei in dieser Situation eine Kombination aus niedrig dosiertem ICS und LABA. Dr. med. Rainer Gebhardt, Berlin, sprach sich für die mit dem NEXThaler® (Chiesi) applizierte Fixkombination Foster® (Beclometason/Formoterol, Chiesi) aus. Die extrafeinen Partikel erreichten besonders gut die kleinen Atemwege und der integrierte Dosisschutz sorge für eine zuverlässige Wirkstoffversorgung. kut

Quelle: Pressegespräch „Foster® – einzigartiger Pulverinhalator: extrafein und mit Dosisschutz“, Düsseldorf, 21. August 2019; Veranstalter: Chiesi GmbH

Lonsurf® für die Drittlinie beim metastasierten Magenkarzinom – Mit Trifluridin/Tipiracil (Lonsurf, Servier) steht nach einer Indikationserweiterung nun eine wirksame und verträgliche Drittlinientherapie für Patienten mit metastasiertem Magenkarzinom zur Verfügung. Trifluridin/Tipiracil war bisher für vorbehandelte Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (mCRC) zugelassen. Die Indikationserweiterung hat eine wichtige klinische Bedeutung, denn für die Drittlinientherapie von Magenkarzinompatienten habe es bisher keinen zugelassenen Versorgungsstandard gegeben, erklärte Prof. Dr. med. Sylvie Lorenzen, Klinikum rechts der Isar, TU München.

Die Indikationserweiterung basiert auf den Daten der randomisiert-kontrollierten Phase-III-Studie TAGS bei Patienten mit metastasiertem Magenkarzinom, die unter 2 vorherigen Therapielinien einen Progress erlitten hatten. Alle Patienten erhielten Best Supportive Care (BSC), in einem Studienarm wurde zusätzlich Trifluridin/Tipiracil gegeben, im anderen Placebo. Die mit Trifluridin/Tipiracil behandelten Patienten lebten signifikant länger als die Placebopatienten: Das mediane Gesamtüberleben betrug mit Chemotherapie 5,7 versus 3,6 Monate mit alleiniger BSC. Das Sterberisiko wurde um 31 % reduziert. Die Sicherheit von Trifluridin/Tipiracil entsprach dem aus mCRC-Studien bekannten Profil mit vorwiegend hämatologischen unerwünschten Ereignissen. kw

Quelle: Pressegespräch „Indikationserweiterung von Trifluridin/Tipiracil (Lonsurf®) beim Magenkarzinom“, München, 12. September 2019; Veranstalter: Servier

Stelara® erhält Zulassung für Colitis ulcerosa – Die Zulassung von Ustekinumab (Stelara, Janssen-Cilag) gilt für Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa (CU), die nicht oder unzureichend auf eine konventionelle Therapie oder ein Biologikum ansprechen. An die Ergebnisse der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-UNIFI-Induktionsstudie konnte nun die Erhaltungsstudie anschließen: Insgesamt 43,8 % der Patienten mit Ustekinumab 90 mg q8w (p < 0,001) und 38,4 % der Patienten mit Ustekinumab 90 mg q12w (p = 0,002) erreichten zu Woche 44 eine klinische Remission, 42 % bzw. 37,8 % sogar steroidfrei.

Das Sicherheitsprofil des ersten Interleukin-12/23-Inhibitors in der Therapie der UC entsprach den Erfahrungen bei Morbus Crohn und Psoriasis. Auch nach vorangegangenem Biologika-Versagen kam es bei 22,9 % (q12w) bzw. 39,6 % (q8w) zur klinischen Remission. Prof. Dr. med. Axel Dignaß, Frankfurt am Main, hob die Chancen für bisher austherapierte Patienten und bestimmte Fallkonstellationen hervor. Das Behandlungskonzept aus einer intravenösen und wenigen subkutanen Injektionen lasse sich, so Prof. Dr. med. Ursula Seidler, Hannover, auch gut in der Arztpraxis umsetzen. kut

Quelle: Pressekonferenz „Ustekinumab (Stelara®): Neue Therapieoption in der Colitis ulcerosa-Behandlung“, Frankfurt am Main, 11 September 2019; Veranstalter: Janssen-Cilag

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