ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2019Cyberangriffe: Gesundheits- und Finanzdaten in Kliniken beliebte Ziele

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Cyberangriffe: Gesundheits- und Finanzdaten in Kliniken beliebte Ziele

Gießelmann, Kathrin

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Die Ergebnisse der Datendiebstahlanalyse wurden in Annals of Internal Medicine publiziert (2019; doi: 10.7326/M19-1759). Foto: valerybrozhinsky/stock.adobe.com
Die Ergebnisse der Datendiebstahlanalyse wurden in Annals of Internal Medicine publiziert (2019; doi: 10.7326/M19-1759). Foto: valerybrozhinsky/stock.adobe.com

Immer wieder werden Krankenhäuser zu Opfern von Hackerangriffen. Welche Daten geklaut werden, haben die Michigan State University (MSU) und die Johns Hopkins University anhand von 1 461 Vorfällen mit fast 170 Millionen Betroffenen in den USA analysiert, die zwischen Oktober 2009 und Juli 2019 aufgetreten sind. In allen Fällen verschafften sich die Hacker über Sicherheitslücken Zugriff auf Adressdaten. Sensible Adressdaten, wie etwa Sozialversicherungsnummern oder Führerscheindaten, die zu Identitätsdiebstahl führen könnten, waren in 66 Prozent betroffen. Informationen zu den Finanzen der Patienten beschafften sich die Datendiebe in 35 Prozent der Fälle. Sensible Finanzdaten, wie Zahlungskarten oder Bankdaten, konnten in 13 Prozent der Hackerangriffe erbeutet werden. Ein Krimineller könne etwa mit den Daten eine Kreditkarte beantragen, sagte John (Xuefeng) Jiang, Hauptautor und MSU-Professor für Rechnungswesen und Informationssysteme. Gesundheitsdaten waren in 65 Prozent betroffen. Das heißt, dass bei 944 gehackten Sicherheitslücken, die Diagnosen, Laborbefunde oder Verschreibungen von fast 48 Millionen Patienten in die falschen Hände gerieten. Sensible Gesundheitsdaten definierten die Autoren separat. Dazu zählten etwa Substanzmissbrauch, HIV-Diagnosen, sexuell übertragbare Krankheiten, Krebs oder Informationen zur psychischen Gesundheit. Auf diese Daten verschafften sich Hacker in zwei der 1 461 Fälle (0,12 Prozent) Zugriff. Betroffen waren mehr als sechs Millionen Menschen. gie

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