ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2019Notfallversorgung: „Das müssen wir in den Griff kriegen“

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Notfallversorgung: „Das müssen wir in den Griff kriegen“

Dtsch Arztebl 2019; 116(40): A-1756

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Das Hauptproblem der Notfallversorgung in Deutschland stellen aus Sicht von Dr. med. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die vielen verschiedenen Anlaufstellen dar, die die Patienten ungesteuert aufsuchen können. „Das müssen wir in den Griff kriegen“, sagte er jetzt in einem Video-Interview mit KV-on. Hofmeister zufolge wenden sich jedes Jahr rund zehn Millionen Menschen an den ärztlichen Bereitschaftsdienst, weitere rund zehn Millionen suchten eine Notfallambulanz am Krankenhaus auf. Fast genauso so viele gingen direkt in eine Arztpraxis. Entgegen der öffentlichen Diskussion hätten allerdings die Klinikambulanzen in den vergangenen drei Jahren einen Rückgang von mehr als 200 000 Patienten zu verzeichnen, während die Zahl im ärztlichen Bereitschaftsdienst um mehr als 360 000 gestiegen sei, betonte er. Für Hofmeister ist das ein Beleg, dass das ambulante Angebot immer mehr wahrgenommen wird. Das geschehe auch, weil die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) seit Jahren das Angebot ausbauten. Auch die im August gestartete Kampagne zur Bekanntmachung der Rufnummer 116117 trage dazu bei. Im Grundsatz sind aus Sicht von Hofmeister für eine bessere Patientensteuerung alle wichtigen Reformschritte eingeleitet. Der Gesetzgeber müsse das geplante Notfallreformgesetz aber noch nachschärfen. Dabei gehe es um Korrekturen im Bereich der Notfall- und Akutversorgung, sagte Hofmeister. Gesprochen werden müsse auch über die Finanzierung. Derzeit würden dreistellige Millionenbeträge von den Vertragsärzten und -psychotherapeuten in den Bereitschaftsdienst investiert – zulasten der übrigen Versorgung. Zu dem Notfallreformgesetz liegt seit Juli ein Diskussionsentwurf vor. Für den Herbst wird ein Gesetzentwurf erwartet. EB

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