ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2019Randnotiz: Schutz vor Hackern
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In den vergangenen Wochen waren mehrere kleinere Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz Opfer von Hackerangriffen geworden. Weil aber nur größere Kliniken hierzulande als kritische Infrastruktur eingestuft werden und Gelder für einen besseren Schutz erhalten können, kam von der Landesregierung die Forderung auf, dass alle Krankenhäuser zusätzliche Mittel für die IT-Sicherheit vom Bund erhalten müssten. Dies hatten zuvor
bereits auch Ärzte gefordert. Doch Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) erteilte dem Anliegen in einem Brief an seine Landeskollegin eine Absage. Zu Recht, könnte man sagen. Soll das das Land doch bitte selbst tun. Andererseits ist fraglich, ob das Nein angesichts der teils fehlenden Akzeptanz für die Digitalisierung zielführend ist. Zumal eine Analyse aus den USA gerade gezeigt hat, dass Hacker nicht nur an Patientendaten wie etwa an Diagnosen, an Laborbefunden oder an Verordnungen interessiert sind (2019; doi: 10.7326/M19–1759). Sie wollen genauso gerne Adressdaten, wie etwa Sozialversicherungsnummern und Führerscheindaten, oder Informationen zu den Finanzen der Patienten stehlen. Außerdem hatte Spahn, nachdem bekannt geworden war, dass Hacker an sensible Patientendaten auf ungeschützten Servern gelangt waren, selbst höchste Datenschutzvorkehrungen in der gesamten Branche angemahnt. Man müsse „noch stärker“ dafür sensibilisieren, wie wichtig Datensicherheit ist, hatte er gesagt. Dies gelte für jede einzelne Arztpraxis, jede Apotheke, jedes Krankenhaus und für Dienstleister. Die daraus entstehenden Kosten soll die Branche dann aber bitte selbst tragen.

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