ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2000Türkei: Erneut Ärzte unter Anklage

SPEKTRUM: Nachrichten - Ausland

Türkei: Erneut Ärzte unter Anklage

Dtsch Arztebl 2000; 97(5): A-221 / B-175 / C-173

Korzilius, Heike

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LNSLNS IZMIR. In der Türkei stehen erneut drei Ärzte vor Gericht, die im Auftrag der Türkischen Menschenrechtsstiftung Folteropfer behandeln und deren Fälle dokumentieren. Am 19. und 20. Januar fanden Anhörungen des Psychiaters Dr. Alp Ayan und des Gynäkologen Dr. Zeki Uzun statt. Für den 11. Februar ist der erste Prozesstermin gegen den Orthopäden und Traumatologen Prof. Dr. Veli Lök anberaumt. Nach Einschätzung des Menschenrechtsbeauftragten der Berliner Ärztekammer, Torsten Lucas, und der von der Kammer entsandten Prozessbeobachterin, Dr. med. Andrea Hehn, handelt es sich bei den Prozessen um einen erneuten Versuch, engagierte Ärzte und Menschenrechtler einzuschüchtern und die seriöse Arbeit der Türkischen Menschenrechtsstiftung zu torpedieren. Zudem seien beide Ärzte im Rahmen ihrer Festnahme und Inhaftierung misshandelt worden.
Uzun wird vorgeworfen, "Mitglieder einer illegalen Vereinigung" behandelt zu haben. Ayan steht unter Anklage, weil er am Begräbnis eines Häftlings teilgenommen hat, der im September letzten Jahres im Zentralgefängnis von Ankara getötet worden war. Es habe sich um eine nicht genehmigte Demonstration gehandelt (siehe DÄ, Heft 44/1999). HK
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