ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2019Barbara Schneider: Suizidprävention geht auch Ärzte an

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Barbara Schneider: Suizidprävention geht auch Ärzte an

Dtsch Arztebl 2019; 116(40): A-1793 / B-1481 / C-1453

Spielberg, Petra

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Barbara Schneider, Foto: LVR
Barbara Schneider, Foto: LVR

„Es ist ein weit verbreitetes Vorurteil, dass man suizidgefährdete Menschen nicht auf das Thema Selbsttötung ansprechen sollte“, sagt Prof. Dr. med. Barbara Schneider, Chefärztin der Abteilung Abhängigkeitserkrankungen an der LVR-Klinik Köln und Leiterin des Nationalen Suizidpräventionsprogramms (NaSPro). Vielmehr könne ein Gespräch entscheidend zur Suizidprävention beitragen. Die Psychiaterin sieht auch die Ärzteschaft gefordert, hier mehr Sensibilität zu entwickeln. „Viele Menschen werden kurz vor einer Selbsttötung bei einem Arzt vorstellig, ohne ihre Absicht zu thematisieren“, so die 55-Jährige. Hier gelte es, auf mögliche Anzeichen, wie Verhaltensauffälligkeiten, einen vermehrten Drogen- oder Alkoholkonsum oder depressive Verstimmungen zu achten.

Trotz rückläufiger Zahlen stellt suizidales Verhalten für die Gesellschaft und für das Gesundheitssystem ein großes Problem dar, zum einen wegen des individuellen Leids, zum anderen aber auch wegen der hohen Gesundheitskosten. Statistiken zufolge nehmen sich jährlich etwa 10 000 Menschen das Leben. Gefährdet sind insbesondere Männer. Das Thema Suizid zu enttabuisieren und das Wissen der Gesellschaft über Ursachen und Folgen von Selbsttötungen zu fördern, sind die zentralen Anliegen des NaSPro, dem rund 90 Institutionen, Organisationen und Verbände angehören.

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Schneider ist seit 2016 Vorsitzende des Präventionsprogramms und seit 2012 Chefärztin an der LVR-Klinik Köln. Von 2014 bis 2018 war sie zudem Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention. Petra Spielberg

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