ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2000Frankreich: Krankenhauspersonal streikt

SPEKTRUM: Nachrichten - Ausland

Frankreich: Krankenhauspersonal streikt

Dtsch Arztebl 2000; 97(5): A-221 / B-175 / C-173

ddb

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LNSLNS PARIS. Tausende Krankenhausmitarbeiter, Ärzte und Pflegekräfte haben am 28. Januar in ganz Frankreich gestreikt und demonstriert. Dieser "nationale Aktionstag", der die Bevölkerung über die schwierige Situation der öffentlichen Krankenhäuser informieren sollte, folgt einer Reihe von lokalen Streiks vor allem in Paris und anderen Großstädten.
Das Krankenhauspersonal warnt vor den Folgen einer Sparpolitik, die ihrer Ansicht nach die Behandlungsqualität und die Sicherheit der Patienten gefährdet. In vielen Krankenhäusern leistet das Personal seit Jahren Überstunden, weil es zu wenig Pflegekräfte gibt. Die Grippewelle, die auch Frankreich betroffen hat, habe gezeigt, dass viele Kliniken kaum noch in der Lage sind, eine plötzlich zunehmende Zahl von Patienten angemessen zu versorgen. Gewerkschaften schätzen, dass mindestens drei bis vier Milliarden DM nötig wären, um die Personalengpässe zu beseitigen. Der Krankenhaus-Etat von rund 80 Milliarden DM wächst jedoch jährlich nur um zwei Prozent. Nach Ansicht der Ärzte gefährdet die Sparpolitik Investitionen, den Einsatz moderner medizinischer Geräte und die Verordnung von Arzneimitteln. Am 28. Januar nahmen erstmals seit 1974 alle Krankenhausmitarbeiter, Krankenhausgewerkschaften und Verbände gemeinsam an den Streiks und Demonstrationen teil. Allein in Paris gingen 15 000 Menschen auf die Straße. ddb
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