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In den von uns beschriebenen Notfallsituationen (1), bei denen ein unbekannter, akut fremdgefährdender Patient mit schwerer psychischer oder somatischer Erkrankung dem Rettungsdienst, einer Notaufnahme oder einer psychiatrischen Klinik vorgestellt wird, ist in der Regel keine ausführliche Labordiagnostik möglich. Zum einen muss in solchen Situationen häufig sofort eine Therapie eingeleitet werden, während Ergebnisse von Medikamentenspiegelbestimmungen manchmal mehrere Tage auf sich warten lassen. Zum anderen sind die Patienten oft nicht kooperativ und stimmen einer Blutabnahme nicht zu, sodass sich die behandelnden Ärzte auf eine kurze körperliche Untersuchung und (Fremd-)Anamnese sowie – wenn möglich – eine Blutzuckerbestimmung beschränken müssen (2). Im weiteren Verlauf der Behandlung sind Laborkontrollen inklusive Spiegelbestimmungen sicherlich insbesondere dann indiziert, wenn es trotz der Therapie zu rezidivierendem aggressivem Verhalten kommt und gegebenenfalls eine Hochdosistherapie oder Kombinationstherapie zum Beispiel mit zwei verschiedenen Antipsychotika erforderlich erscheint (3, 4).

DOI: 10.3238/arztebl.2019.0691b

Dr. med. Sophie Hirsch, B. Sc.

Prof. Dr. med. Tilman Steinert

ZfP Südwürttemberg

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm

sophie.hirsch@zfp-zentrum.de; tilman.steinert@zfp-zentrum.de

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Hirsch S, Steinert T: The use of rapid tranquilization in aggressive behavior. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 445–52 VOLLTEXT
2.
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN): Verhinderung von Zwang: Prävention und Therapie aggressiven Verhaltens bei Erwachsenen. S3-Leitlinie 2018. www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/038–022l_S3_Verhinderung-von-Zwang-Praevention-Therapie-aggressiven-Verhaltens_2018–11.pdf (last accessed on 5 August 2019)
3.
Meyer JM: A rational approach to employing high plasma levels of antipsychotics for violence associated with schizophrenia: case vignettes. CNS Spectr 2014; 19: 432–8 CrossRef MEDLINE
4.
Morrissette DA, Stahl SM: Treating the violent patient with psychosis or impulsivity utilizing antipsychotic polypharmacy and high-dose monotherapy. CNS Spectr 2014; 19: 439–48 CrossRef MEDLINE
1.Hirsch S, Steinert T: The use of rapid tranquilization in aggressive behavior. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 445–52 VOLLTEXT
2.Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN): Verhinderung von Zwang: Prävention und Therapie aggressiven Verhaltens bei Erwachsenen. S3-Leitlinie 2018. www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/038–022l_S3_Verhinderung-von-Zwang-Praevention-Therapie-aggressiven-Verhaltens_2018–11.pdf (last accessed on 5 August 2019)
3.Meyer JM: A rational approach to employing high plasma levels of antipsychotics for violence associated with schizophrenia: case vignettes. CNS Spectr 2014; 19: 432–8 CrossRef MEDLINE
4.Morrissette DA, Stahl SM: Treating the violent patient with psychosis or impulsivity utilizing antipsychotic polypharmacy and high-dose monotherapy. CNS Spectr 2014; 19: 439–48 CrossRef MEDLINE

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