ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2019Rezidivierende Fazialisparese

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Rezidivierende Fazialisparese

Recurring facial nerve palsy

Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 701; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0701

Selge, Charlotte; Danek, Adrian

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Die 27-jährige Krankenschwester stellte sich mit akuter Gesichtslähmung rechts vor. Diese sei in den letzten zehn Jahren bereits dreimal auf unterschiedlichen Seiten aufgetreten, jeweils mit spontaner Rückbildung nach etwa einer Woche. Es zeigte sich eine Fazialisparese rechts, ferner eine Lippenschwellung und eine Fältelung der Zunge (Lingua plicata), wie in den Abbildungen gut erkennbar ist (Stirnrunzeln, Lidschluss, Zähnezeigen, Zunge).

Die typische, nur selten voll ausgebildete Trias erlaubt die Diagnose des Melkersson-Rosenthal-Syndroms. Unter oraler Prednisolon-Therapie über zwei Wochen kam es zur kompletten Remission, ohne Ausbildung eines Rezidivs in der Nachbeobachtung über zehn Monate. Beim Melkersson-Rosenthal-Syndrom handelt es sich um eine ätiologisch ungeklärte neuromukokutane Erkrankung, die in der Kindheit oder im jungen Erwachsenenalter (Inzidenz 1 : 1 250) beginnt und in Schüben verläuft, wobei es zu Residuen kommen kann. Bei histologischer Untersuchung zeigt sich eine granulomatöse Entzündung (Cheilitis granulomatosa), wohingegen Labor und Liquor unauffällig sind. Therapeutisch werden, wie auch bei der idiopathischen Fazialisparese, Kortikosteroide systemisch eingesetzt.

Dr. med. Charlotte Selge, Prof. Dr. med. Adrian Danek, Neurologische Klinik und Poliklinik, Klinikum der Universität München, LMU München, charlotte.selge@med.uni-muenchen.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Selge C, Danek A: Recurring facial nerve palsy. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 701.
DOI: 10.3238/arztebl.2019.0701

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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