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Wir bedanken uns bei Herrn PD Dr. Quante für seinen Diskussionsbeitrag und die Möglichkeit, das vielleicht zu knapp Dargestellte weiter auszuführen. Seine Ausführungen zeigen, wie komplex die Zusammenhänge zwischen psychischen und somatischen Erkrankungen, Psychopharmakabehandlung und Morbiditäts- beziehungsweise Mortalitätsrisiken sind. Wir hatten bereits beschrieben, dass eine adäquate Psychopharmakotherapie protektive Effekte in Bezug auf die somatische Gesundheit hat: Nebenwirkungen psychotroper Medikamente können zwar die Entwicklung somatischer Komorbiditäten fördern, aber dennoch reduzieren diese Medikamente deutlich die Sterblichkeit (1). Auch Polypharmazie, Wechselwirkungen, problematisches Gesundheits- und Krankheitsverhalten (zum Beispiel Nikotinabusus, Complianceprobleme sowie Lebensstil) bei Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen hatten wir schon in unserer Arbeit beschrieben (1, 2). Aus Routinedaten sind diese Dinge allerdings nicht abzubilden.

Eine verminderte körperliche Gesundheit ist auch bei Angststörungen und vielen anderen in unseren Analysen nicht berücksichtigten F-Diagnosegruppen aufgrund ebenfalls vorhandener erhöhter somatischer Risiken von herausragender Bedeutung. Wir haben uns allerdings hier auf Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen beschränkt, worunter nach allgemeinem Konsens vor allem Schizophrenien, schwere unipolare Depressionen, bipolare affektive Störungen sowie gut begründet auch die Borderline-Persönlichkeitsstörung fallen. Bei diesen schweren Fällen kumulieren direkte und indirekte Gesundheitsrisiken in besonderem Maße, und es bestehen besondere Probleme auf Seiten des Gesundheitssystems und spezielle Bedarfe in der Versorgung (2); auch trägt die Beschränkung auf spezielle Diagnosegruppen bei der Analyse von administrativen Daten zur erhöhten diagnostischen Validität bei (1).

Ebenso stimmen wir Dr. Quante ausdrücklich zu, dass Versorgung und Versorgungsformen für diese Patientengruppe deutlich zu optimieren sind und gerade auch präventive Maßnahmen berücksichtigt werden müssen. Dies ist, wie beschrieben, Ziel unserer weiteren Arbeit.

DOI: 10.3238/arztebl.2019.0689b

Für die Autoren

Prof. Dr. med. Dr. rer. soc. Frank Schneider

Universitätsklinikum Düsseldorf

frank.schneider@med.uni-duesseldorf.de

Interessenkonflikt

Die Autoren beider Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Schneider F, Erhart M, Hewer W, Loeffler LAK, Jacobi F: Mortality and medical comorbidity in the severely mentally ill—a German registry study. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 405–11 VOLLTEXT
2.
Hewer W, Schneider F: Somatische Morbidität psychisch Kranker. In: Schneider F, eds.: Facharztwissen Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Berlin: Springer 2017; 571–82 CrossRef
1.Schneider F, Erhart M, Hewer W, Loeffler LAK, Jacobi F: Mortality and medical comorbidity in the severely mentally ill—a German registry study. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 405–11 VOLLTEXT
2.Hewer W, Schneider F: Somatische Morbidität psychisch Kranker. In: Schneider F, eds.: Facharztwissen Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Berlin: Springer 2017; 571–82 CrossRef

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