ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2000Neue Bundesländer: Qualitätszirkel zur Osteoporose

POLITIK: Aktuell

Neue Bundesländer: Qualitätszirkel zur Osteoporose

Dtsch Arztebl 2000; 97(5): A-230 / B-182 / C-170

Flintrop, Jens

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LNSLNS In Thüringen und Sachsen haben sich Ärzte zu einem Regionalen Expertenkreis Osteoporose zusammengeschlossen und Therapiestandards formuliert, die nun in der Praxis evaluiert werden.


Ziel der etwa 200 Ärzte ist es, trotz der aktuellen Finanznöte im Gesundheitswesen, die Versorgung und Betreuung von Osteoporose-Patienten in den beiden Bundesländern zu verbessern. Dazu haben sie in 18 Regionen Sachsens und Thüringens Arbeitskreise gegründet und Therapiestandards formuliert, die eine einjährige Testphase durchlaufen, in der sie auf ihre Machbarkeit und Effizienz in der täglichen ärztlichen Praxis geprüft werden. Auf Vorschlag der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) erfolgte inzwischen eine Umwandlung der Arbeitskreise in interdisziplinäre Qualitätszirkel für die Osteoporose. Die KVen registrieren und zertifizieren die Arbeit der Qualitätszirkel; die Ärztekammern vergeben Fortbildungspunkte.
Wichtigste Fachgruppen vertreten
In den Qualitätszirkeln arbeiten die an der Diagnostik und Behandlung der Osteoporose maßgeblich beteiligten Arztgruppen zusammen. Dies sind die Allgemeinärzte, Orthopäden, Internisten, Rheumatologen, Gynäkologen, Endokrinologen, Fachärzte für Röntgendiagnostik, Ärzte für physikalische und rehabilitative Medizin und Laborärzte. Die meisten Teilnehmer sind niedergelassene Ärzte; es sind aber auch Krankenhausärzte vertreten.
Um die Therapiestrategien für die Osteoporose zu vereinheitlichen und vergleichbar zu machen, hat der Regionale Expertenkreis Osteoporose identische Arbeitsstrukturen für die beteiligten Ärzte entwickelt. Für die Erfassung der Risiko-Faktoren, zur Feststellung klinischer Zeichen der Osteoporose, für die Auswahl von unerlässlichen Laboruntersuchungen, zur Erarbeitung osteoporose-typischer Röntgenbefunde, für die Anwendung densitometrischer Messverfahren sowie zur Diagnosesicherung gibt es sehr genaue Vorgaben für die Dokumentation. Diese sind für die Zirkelteilnehmer verbindlich.
Das vom Regionalen Expertenkreis entwickelte System zur Behandlung der Osteoporose geht über eine Auflistung von Risiken und typischen Befunden der Krankheit weit hinaus. Ziel der Ärzte ist es - trotz der Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten -, das breite Spektrum des Osteoporose-Risikos für den Einzelfall besser erkennbar und vor allem quantifizierbar zu machen. Damit soll sowohl für die Diagnostik als auch für das Screening der Osteoporose eine höhere Sicherheit für den Arzt in der Praxis erreicht werden. Nach erfolgreicher Testphase könnten die festgelegten Therapiestandards auch als Maßstab für andere Bundesländer geeignet sein, hoffen die Experten in Sachsen und Thüringen. "Die einheitliche Qualität der Diagnose ermöglicht die bereits angelaufene Normierung von Therapiestrategien für die Osteoporose in der Praxis, die die flächendeckende, ökonomisch machbare Grundversorgung der Osteoporose in unseren beiden Bundesländern sichern helfen wird", heißt es in einem Arbeitspapier der 18 Qualitätszirkel zur Behandlung der chronischen Stoffwechselerkrankung. Jens Flintrop

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