ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2019Arbeitswelt: Homeoffice kann psychische Belastung erhöhen

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Arbeitswelt: Homeoffice kann psychische Belastung erhöhen

PP 18, Ausgabe Oktober 2019, Seite 436

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Im Homeoffice verschwimmt die Grenze zwischen Job und Privatleben. Foto: Konstantin Yuganov/stock.adobe.com
Im Homeoffice verschwimmt die Grenze zwischen Job und Privatleben. Foto: Konstantin Yuganov/stock.adobe.com

Arbeit im Homeoffice birgt neben einer hohen Flexibilität scheinbar auch eine Reihe von Nachteilen. Nach einer aktuellen AOK-Befragung fühlten sich 73,4 Prozent derjenigen, die häufig im Homeoffice arbeiten, in den vergangenen zwölf Monaten erschöpft. Bei denjenigen, die ausschließlich im Büro tätig sind, waren es 66 Prozent. Nach der Befragung klagten im Homeoffice auch mehr Beschäftigte über Wut und Verärgerung (69,8 Prozent gegenüber 58,6 Prozent), bei Nervosität und Reizbarkeit waren es 67,5 Prozent im Vergleich zu 52,7 Prozent. Befragt wurden 2 000 Beschäftigte zwischen 16 und 65 Jahren.

Deutliche Unterschiede gab es der Befragung zufolge auch bei der Vereinbarkeit von Arbeit und Freizeit. So gaben für den Zeitraum der zurückliegenden vier Wochen 18,8 Prozent der Homeoffice-Arbeitenden an, dass sie damit Probleme gehabt hätten, aber nur 8,8 Prozent derjenigen, die nur im Betrieb arbeiten. Außerdem fällt es demnach schwerer, nach Feierabend abzuschalten (38,3 Prozent gegenüber 24,9 Prozent). „Im Homeoffice verschwimmt die Grenze zwischen Job und Privatleben stärker“, erklärte Helmut Schröder vom Wissenschaftlichen Institut der AOK. Damit wachse das Risiko, dass Erholungsphasen schrumpften.

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Trotz der höheren psychischen Belastung haben Beschäftigte, die häufig im Homeoffice arbeiten, allerdings geringere Fehlzeiten (7,7 Tage) als solche, die nur am Unternehmenssitz tätig sind (11,9 Tage). Ein Grund dafür sei möglicherweise, dass sich Arbeitszeiten im Homeoffice „passgenauer einteilen“ ließen. Letztlich hänge es wesentlich von der konkreten Arbeit und den digitalen Kompetenzen ab, ob sich Vor- oder Nachteile für die Gesundheit ergeben. afp

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