ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2019Gemeinsamer Bundes­aus­schuss: Home-Treatment schließt häusliche Pflege aus

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Gemeinsamer Bundes­aus­schuss: Home-Treatment schließt häusliche Pflege aus

PP 18, Ausgabe Oktober 2019, Seite 438

Hillienhof, Arne; SB; Bühring, Petra

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Vertragsärzte dürfen keine häusliche oder psychiatrische häusliche Krankenpflege verordnen, wenn Patienten zeitgleich bereits eine stationsäquivalente psychiatrische Behandlung (StäB), auch Home-Treatment genannt, erhalten. Darauf hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung mit Verweis auf einen Beschluss des Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) vom 23. August hingewiesen (siehe Bekanntgaben, Seite 479).

Der Beschluss ist durch das Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) erforderlich geworden, dass es Krankenhäusern seit dem 1. Januar 2018 ermöglicht, multiprofessionelle Teams zu bilden, die psychisch kranke Patienten zeitlich begrenzt im häuslichen Umfeld behandeln. Um die StäB gegen die psychiatrische häusliche Krankenpflege abzugrenzen, musste die Häusliche Krankenpflege-Richtlinie entsprechend angepasst werden. Mit seinem Beschluss vom 20. Juni stellte der G-BA klar, dass die Versorgung im Rahmen einer stationsäquivalenten psychiatrischen Behandlung einer vollstationären Behandlung im Krankenhaus entspricht. Demnach sind sämtliche pflegerischen Maßnahmen, die während der stationsäquivalenten psychiatrischen Behandlung erforderlich werden, durch das Team des jeweiligen Krankenhauses zu erbringen. Eine parallele Verordnung von ambulanter Krankenpflege darf somit nicht erfolgen.

Im Jahr 2018 haben bundesweit 13 Krankenhäuser Leistungen der StäB abgerechnet. Das geht aus dem Bericht über die Auswirkungen der Einführung des PschVVG hervor, der der Bundesregierung vorliegt (Drucksache 19/ 12850). hil/sb/PB

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