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ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2019Verhaltenstherapie: Berührung ist kein Tabu

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Verhaltenstherapie: Berührung ist kein Tabu

Ringwelski, Beate

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Zum Ausprobieren: Stellen Sie sich hin und atmen Sie zehnmal tief durch die Nase ein und durch den Mund hörbar wieder aus. Welche Gefühle tauchen auf? Welche Gedanken, inneren Bilder und Handlungsimpulse? – Einen solchen Einstieg empfiehlt die Autorin für eine Sitzung körperorientierter Verhaltenstherapie. Was dabei beachtet werden muss und wie es weitergehen kann, beschreibt sie prägnant und mit Fallbeispielen. Ihr Ansatz bleibt dabei verhaltenstherapeutisch mit dem Ziel, dysfunktionales Verhalten zu erkennen, zu verlernen und Neues zu erlernen. Das besondere Augenmerk ruht dabei auf der Mikro-Verhaltensanalyse des Patienten. Im Rahmen einer tragenden Beziehung arbeitet die Therapeutin zum Teil direkt mit dem Körper (des Patienten und auch ihres eigenen) und seinen Reaktionen. Diesen Teil beziffert sie für sich mit etwa 20 Prozent der gesamten Therapie. Die übrige Zeit dient der verbalen Bearbeitung. Fast die Hälfte des Buches nimmt die genaue Beschreibung von wirksamen Körperübungen ein, klar unterschieden nach dem jeweils aktuellen Thema, wie Autonomie und Abgrenzung, Modulation von Gefühlen, Halt geben. Die Übungen sind zwar leicht zu reproduzieren, trotzdem setzt ihre Anwendung eine gründliche Ausbildung in körperorientierter Psychotherapie, ausgiebige Selbsterfahrung und Supervision voraus. Idealerweise wird das Vorgehen noch erweitert durch Erkenntnisse und Elemente aus der Schematherapie. Das Thema „Berührung“ erfährt besondere Beachtung, ist jedenfalls kein Tabu. Und am Beginn steht immer achtsames Atmen. Beate Ringwelski

Maren Langlotz-Weis: Körperorientierte Verhaltenstherapie. Reinhardt Verlag, München 2019, 116 Seiten, kartoniert, 19,90 Euro

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