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Dtsch Arztebl 2019; 116(41): A-1844

EB; RH; MHA; ara; BE

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Fehlbildungen durch Ondansetron im 1. Trimenon möglich – In Abstimmung mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnen die Hersteller Ondansetron-haltiger Arzneimittel vor deren Anwendung im 1. Drittel einer Schwangerschaft. In epidemiologischen Studien hat sich bei Anwendung des 5-HT3-Rezeptor-Antagonis im 1. Trimenon ein erhöhtes Risiko für orofaziale Fehlbildungen gezeigt. Frauen im gebärfähigen Alter sollen deshalb vor der Verordnung über die potenziellen Risiken für den Fetus informiert werden und eine Kontrazeption in Erwägung ziehen.

Ondansetron ist zugelassen zur Behandlung bzw. Prophylaxe von Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen bei Zytostatika- und Strahlentherapie sowie postoperativ. Er ist nicht zugelassen zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft und wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen. Verordnungszahlen weisen aber auf eine zunehmende Off-Label-Anwendung in dieser Population hin. EB

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Quelle Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 2019-53

Insulin glargin als eine gut steuerbare Therapieoption etabliert – Der hauptsächliche Vorteil von Insulin gegenüber anderen glukosesenkenden Substanzen liegt in der direkten Dosis-Wirkungs-Beziehung. Basalinsulin ist das initial bevorzugte Insulin bei hohen HbA1c-Werten (> 11 %), Hyperglykämiesymptomen oder einer katabolen Stoffwechsellage. Auch Patienten mit ausgeschöpfter oraler GLP1-Therapie profitieren von einer Behandlung mit Basalinsulin.

Zu den bevorzugten analogen Basalinsulinen gehöre u. a. Insulin glargin (Abasaglar®, Boehringer Ingelheim/Lilly), sagte Dr. med. Jörg Simon, Fulda. Vorteile hat die Therapie wegen der nur einmal täglich notwendigen Injektion, dem variablen Injektionszeitpunkt, der geringen Hypoglykämierate und den einfach zu nutzenden Pens bzw. Fertigpens. Auch im Krankenhaus sei Insulin ein unverzichtbares Arzneimittel, betonte Dr. med. Jörg Tafel, Bad Homburg. Mit eine Insulintherapie lasse sich der Blutzucker am besten kontrollieren. Die Behandlung könne auch bei schweren Begleiterkrankungen eingesetzt werden, weise keine Kontraindikationen auf und sei bis auf die Hypoglykämie die sicherste Behandlungsoption mit den wenigsten Nebenwirkungen. rh

Quelle: Fachpressegespräch zu Abasaglar® „Insulintherapie: Segen oder alter Hut? Für welche Patienten Insulin weiterhin die beste Wahl bleibt“, Frankfurt am Main, 28. August 2019; Veranstalter: Boehringer Ingelheim/Lilly

MenB-Impfung mit Bexsero® verringert IME-Inzidenz – In Kanada wurde eine regionale Impfkampagne durchgeführt, nachdem in der Provinz Québec mehrere Fälle invasiver Meningokokken-Erkrankungen (IME) – verursacht durch Erreger der Serogruppe B – aufgetreten waren. Von Mai bis Dezember 2014 erhielten 83 % der Einwohner der Region Saguenay–Lac-Saint-Jean im Alter zwischen 2 Monaten und 20 Jahren eine Impfung mit dem 4-valenten MenB-Impfstoff Bexsero (GlaxoSmithKline). In den 4 darauffolgenden Jahren wurde bei der Zielpopulation ein Inzidenzrückgang um 96 % registriert.

Die IME-Inzidenz sank von 11,4 pro 100 000 Einwohner (2006–2014) auf 0,4 pro 100 000 Einwohner (bis 2018; p < 0,0001). Dieses Ergebnis verdeutliche die Effektivität der Impfung gegen MenB, den Erreger, der auch in Deutschland mit fast 60 % die meisten IME verursache, wie auf einem Symposium von GSK in München betont wurde. mha

Quelle: Symposium „Pädiatrische Impfungen in der Anwendung“, München, 14. September 2019; Veranstalter: GSK

Initiale Kombitherapie nutzt auch bei Typ-2-Diabetes – Was bei der Hypertonie gang und gäbe ist, könnte sich auch beim Typ-2-Diabetes etablieren: der Therapiestart mit einer Zweifachkombination. Wird Metformin von Anfang an mit einem DPP-4-Hemmer kombiniert, lässt sich der Blutzuckerspiegel länger unter Kontrolle halten. Das geht aus den Ergebnissen der VERIFY-Studie hervor. Randomisiert worden waren 2 001 frisch diagnostizierte Typ-2-Diabetiker, die Metformin entweder plus Vildagliptin oder plus Placebo erhielten. Wer die Therapieversagensschwelle (HbA1c 7 %) überschritt, wurde anschließend mit der Kombination behandelt. Bei erneutem Therapieversagen gab es zusätzlich Basalinsulin.

Die Gruppe, die ab Beginn kombiniert behandelt worden war, schnitt nicht nur in der ersten Therapiephase signifikant besser ab und überschritt die glykämische Schwelle erst rund 2 Jahre später als Patienten mit initialer Monotherapie. Der Benefit setzte sich im Sinne eines positiven Legacy-Effektes auch später fort, sodass Patienten mit initialer Kombinationstherapie durchgehend besser eingestellt blieben. ara

Quelle: Satellitensymposium „VERIFY: What change are you bringing to overcome clinical inertia?“ im Rahmen des EASD-Kongresses 2019, Barcelona, 18. September 2019; Veranstalter: Novartis

Waylivra® erste Therapie für Familiäres Chylomikronämie Syndrom – Patienten mit dem seltenen Familiären Chylomikronämie Syndrom (FCS) zeigen extrem hohe Triglyceridwerte, da sie aufgrund einer Funktionsstörung der Lipoproteinlipase Triglyceride und damit Chylomikronen nicht (ausreichend) abbauen können. Das neue Antisense-Oligonukleotid Volanesorsen (Waylivra®) hemmt die Bildung des Fettstoffwechsel-Inhibitors Apolipoproteins CIII und ermöglicht so den Triglyceridabbau über einen von der Lipoproteinlipase unabhängigen Pfad. In der Zulassungsstudie konnte Volanesorsen in Kombination mit einer fettarmen Diät die Nüchterntriglyzeride innerhalb von 3 Monaten im Schnitt um 1 712 mg/dl (77 %) reduzieren (Placebo: +92 mg/dl (18 %)). Unter Volanesorsen traten zudem über 1 Jahr signifikant weniger Pankreatitiden auf. BE

Quelle: Pressekonferenz „Waylivra®: Das erste und einzige zugelassene Medikament bei FCS“, Frankfurt am Main, 23. September 2019; Veranstalter: Aczea Therapeutics

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