ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2019Ländliche Versorgung: KV Schleswig-Holstein richtet Strukturfonds ein

AKTUELL

Ländliche Versorgung: KV Schleswig-Holstein richtet Strukturfonds ein

Dtsch Arztebl 2019; 116(41): A-1806

Hillienhof, Arne; SB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) will in ländlichen und strukturschwachen Regionen ein neues Versorgungsmodell etablieren. Teampraxen sollen die medizinische Betreuung sicherstellen. Dazu hat die KVSH zum 1. Oktober einen Strukturfonds in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro eingerichtet. Durch Teampraxen sollen an zentralen Orten in ländlichen Bereichen Ärztegemeinschaften entstehen, die auch mit Einsatz von weitergebildetem Personal und Telemedizin die Umgebung versorgen können. Der Aufbau solcher Praxen soll über den Strukturfonds finanziell gefördert werden, mindestens rund 100 000 Euro pro Teampraxis sind vorgesehen. Als Standorte kommen Bezirke und Regionen infrage, in denen sich die Versorgungssituation aufgrund der Altersstruktur der Ärzte in den kommenden Jahren verschärfen wird. Die einzelnen förderungsfähigen Gebiete müssen noch detailliert geplant werden. „Träger dieser lokalen Gesundheitszentren sollen ausschließlich niedergelassene Ärzte sein“, sagte KVSH-Vorstandsvorsitzende Dr. med. Monika Schliffke. Geplant sei, dass in der Teampraxis ein Kern aus mindestens drei bis fünf Hausärzten mit qualifiziertem Personal zusammenarbeite und bei Bedarf weitere fachärztliche Kompetenz durch Zweigpraxis- oder Videosprechstunden hinzuziehe. Die Teampraxis könnte sich entweder als Berufsausübungsgemeinschaft oder als Medizinisches Versorgungszentrum organisieren und würde einen Radius von zehn bis 15 Kilometern abdecken. Weitere Mittel aus dem Strukturfonds will die KVSH für Zuschüsse zu Investitionskosten bei Neuniederlassung oder Gründung und Übernahme von Zweigpraxen, zur Nachwuchsförderung von Medizinstudierenden sowie für die Vergabe von Stipendien verwenden. Gefördert werden sollen unter speziellen Bedingungen auch Hausärzte, die eine nichtärztliche Praxisassistentin oder Ärzte in Weiterbildung beschäftigen. hil/sb

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema