ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2019IT-Ratgeber: Tele­ma­tik­infra­struk­tur: Ärzte, Apotheken, Krankenhäuser – wer geht wann ans Netz?

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IT-Ratgeber: Tele­ma­tik­infra­struk­tur: Ärzte, Apotheken, Krankenhäuser – wer geht wann ans Netz?

Dtsch Arztebl 2019; 116(41): A-1852 / B-1528 / C-1496

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Schneller und einfacher miteinander kommunizieren und medizinische Daten sicher austauschen – das ist das Ziel der Tele­ma­tik­infra­struk­tur. Mittlerweile steht der Zeitplan, wann sich die einzelnen Akteure des Gesundheitswesens an Deutschlands größtes elektronisches Gesundheitsnetz anschließen sollen.

Gestartet ist die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) mit den niedergelassenen Ärzten, Psychotherapeuten und Zahnärzten. Sie sind seit dem 1. Juli 2019 gesetzlich verpflichtet, bei jedem ersten Arzt-Patienten-Kontakt im Quartal das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchzuführen – der Onlinedatenabgleich gilt als Nachweis für den Anschluss an die TI.

Nach dem VSDM sollen dann endlich auch die ersten medizinischen Anwendungen in die TI kommen: Der elektronische Medikationsplan, das Notfalldatenmanagement und die elektronische Patientenakte.

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Apotheken und Krankenhäuser starten als nächstes

In seinem Kabinettsentwurf für das Digitale-Versorgung-Gesetz hat das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium nun die Zeitpläne für die anderen Nutzer des deutschen Gesundheitswesens konkretisiert. Demnach müssen sich auch vertragsärztliche Praxen ohne Arzt-Patienten-Kontakt an die TI anschließen – bis zum 30. Juni 2020. Dies betrifft etwa Labore (ohne Arzt-Patienten-Kontakt).

Bis Ende September nächsten Jahres folgen dann die Apotheken, die unter anderem für den elektronischen Medikationsplan an die TI angeschlossen werden müssen. Auch die Krankenhäuser müssen im kommenden Jahr den Anschluss an die TI vornehmen – die Frist endet für den stationären Bereich am 1. Januar 2021.

Krankenkassen werden angebunden

Die Krankenkassen werden ebenfalls an die TI angebunden, unter anderem, um Daten in die elektronische Patientenakte (ePA) zu stellen oder die elektronische Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung zu empfangen. Medizinische Daten aus der ePA auslesen können Krankenkassen dagegen nicht.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen können das Gesundheitsnetz für eine sichere Kommunikation mit ihren Mitgliedern nutzen. Im Rahmen des Masernschutzgesetzes sollen zudem – beschränkt auf ePA und elektronischen Impfpass – die für den öffentlichen Gesundheitsdienst zuständigen Behörden Zugriff erhalten.

Freiwillige Anbindung für weitere Nutzergruppen

Darüber hinaus sieht der Gesetzgeber ab dem 1. Juli 2021 auch eine freiwillige TI-Anbindung für Hebammen und Entbindungspfleger, Physiotherapiepraxen und Pflegeeinrichtungen vor. Dadurch wird unter anderem ermöglicht, dass Patienten bei Bedarf auch diesen Berufsgruppen Zugriff auf Daten ihrer ePA gewähren können. KBV

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