ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2019Herzzentrum Dresden bietet verständliche Patientenbriefe

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Herzzentrum Dresden bietet verständliche Patientenbriefe

Dtsch Arztebl 2019; 116(41): [4]

Glöser, Sabine

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Foto: thodonal/stock.adobe.com
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Das Herzzentrum Dresden bietet seinen Patienten zusätzlich zum regulären Entlassbrief einen leicht zu verstehenden Patientenbrief an. Ziel des Pilotprojektes ist es, das Entlassmanagement effektiver zu gestalten, kostengünstig und ohne zusätzliche zeitliche Ressourcen. Evaluiert wird das Projekt in Zusammenarbeit mit der Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums der Technischen Universität Dresden.

Basis der Patientenbriefe ist eine Software des gemeinnützigen Unternehmens „Was hab’ ich?“. Mittels der an die Klinik-IT angeschlossenen Software werden die Patientenbriefe auf Grundlage strukturierter Entlassdaten erzeugt, anschießend in der Klinik gedruckt und den Patienten direkt übermittelt. Das System ist mit Tausenden leicht verständlichen Textbausteinen befüllt. Erstellt haben diese Texte bei „Was hab’ ich?“ beschäftigte Ärzten, die Experten für leicht verständliche Gesundheitstexte sind. Patienten können so nach dem Kranken­haus­auf­enthalt ein verständliches Dokument mit nach Hause nehmen, das sie über ihre Diagnosen, Untersuchungen und Medikamente informiert.

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„Kommunikation, also der Austausch von Informationen, funktioniert nur dann, wenn beide Seiten den Inhalt verstehen und hieraus resultierend korrekt handeln. Dass das nicht immer der Fall ist, sehen wir häufig im Klinikalltag“, sagte der Ärztliche Direktor des Herzzentrums Dresden, Prof. Dr. Axel Linke. Der Patientenbrief sei eine vielversprechende Ergänzung zum regulären Arztbrief. Denn oft würden Patienten Informationen aus den Visiten und dem Arzt-Patienten-Gespräch nur teilweise behalten.

Auch später, nach der Entlassung aus der Klinik, würden die mit Fachtermini vollen Dokumente den Patienten nur wenig Aufschluss geben über ihr Krankheitsbild, sagte Linke weiter. „Das hier in Dresden entwickelte Tool von ,Was hab’ ich?‘ informiert die Patienten nicht nur laienverständlich über ihre Erkrankung, sondern gibt ihnen auch die Möglichkeit, sich bewusster zu verhalten, auf ihre Gesundheit zu achten und ihren Lebensstil anzupassen“, betonte er. sg

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